US-Präsident Joe Biden hat entschieden, nicht erneut für das Präsidentenamt zu kandidieren. Dies sorgt für Spannung auf der internationalen politischen Bühne, doch die Bundesregierung bleibt zurückhaltend. Christiane Hoffmann, stellvertretende Regierungssprecherin, betonte, dass man sich auf alle denkbaren Szenarien vorbereite. Derzeit sei es entscheidend, die Entscheidung der Demokratischen Partei abzuwarten sowie den Ausgang der Präsidentschaftswahl im November. Die Republikaner haben bereits ihren Kandidaten aufgestellt: den ehemaligen Präsidenten Donald Trump.
Bundeskanzler Olaf Scholz lobte Biden für seinen Verzicht auf eine zweite Amtszeit und würdigte dessen Leistungen für die USA, Europa und die Welt. Biden bezeichnete er als Freund. Allerdings äußerte sich Scholz nicht zu Bidens Vorschlag, Vizepräsidentin Kamala Harris als seine Nachfolgerin zu unterstützen. Dies entspricht den Gepflogenheiten, sich nicht in Wahlkämpfe befreundeter Nationen einzumischen. Hoffmann unterstrich, dass es nun an den US-Demokraten liege, ihre Kandidatin oder ihren Kandidaten zu bestimmen.
Scholz und Harris sind sich in der Vergangenheit bereits mehrfach begegnet, insbesondere bei der Münchner Sicherheitskonferenz, einem zentralen Treffen für Sicherheitspolitik. Im Juni trafen sie sich erneut beim Ukraine-Friedensgipfel in der Schweiz. Ursprünglich hatte Scholz geplant, Harris schon im Juli 2021 als Finanzminister in Washington zu treffen, ein Plan, der jedoch durch den Bundestagswahlkampf durchkreuzt wurde.