05. Juli, 2026

Politik

Polio in Gaza: Temporäre Waffenruhe für Impfaktionen

Polio in Gaza: Temporäre Waffenruhe für Impfaktionen

Krieg und Krankheit sind seit jeher grausame Begleiter auf Schlachtfeldern, und im Gazastreifen treibt nun die Kinderlähmung in einer Bevölkerung ihr Unwesen, die seit fast elf Monaten vor unablässigen Bombardements flieht.

Angesichts des zunehmenden internationalen Drucks, einen Ausbruch der verkrüppelnden Krankheit zu verhindern, reagiert Israel mit vergleichsweise zügigen Maßnahmen. Diese Woche stimmten israelische Beamte temporären und lokal begrenzten Feuerpausen zu, um den Helfern der Vereinten Nationen die Verabreichung von Impfstoffen an 640.000 Kinder zu ermöglichen.

In einem Konflikt, in dem Einigkeit eine Rarität ist, signalisierte auch die Hamas ihre Zustimmung zu den gestaffelten Kampfpausen, die am Sonntag beginnen sollen.

Doch Gesundheitsexperten warnen vor enormen Herausforderungen. Große Teile der Infrastruktur Gazas liegen in Trümmern, Hunderttausende Palästinenser leben in provisorischen Unterkünften, und Hilfskräfte wurden bereits angegriffen, während sie versuchten, lebenswichtige Güter zu liefern.

Diese Gefahren wurden am Donnerstag deutlich, als israelische Streitkräfte einen Teil eines Hilfskonvois im Gazastreifen angriffen und dabei laut Anera, einer amerikanischen gemeinnützigen Organisation, die die Lastwagen organisierte, vier Menschen töteten. Der Konvoi transportierte Nahrung und Treibstoff zu einem von den Emiraten betriebenen Krankenhaus im Süden Gazas und hatte sich im Vorfeld mit den israelischen Behörden abgestimmt, so die Organisation in einer Erklärung.

Das israelische Militär erklärte, dass "bewaffnete Individuen" sich einem der Fahrzeuge im Konvoi angeschlossen hätten und es einen gezielten Schlag gegen sie ausgeführt habe.