09. Juli, 2026

Politik

Netanyahu verteidigt Israels Rolle in emotionaler Rede vor US-Kongress

Netanyahu verteidigt Israels Rolle in emotionaler Rede vor US-Kongress

Israels Premierminister Benjamin Netanyahu hat in einer leidenschaftlichen Rede vor dem US-Kongress die sicherheitspolitische Bedeutung Israels für die Vereinigten Staaten hervorgehoben und eine Entschlossenheit zur Zusammenarbeit betont. Mit den Worten: "Unser Kampf ist auch euer Kampf", definiert er das gemeinsame Ziel, Iran entgegenzutreten. Trotz der zunehmenden internationalen Kritik und internen Konflikte versuchte Netanyahu, den US-Kongress als Plattform für seine politische Agenda zu nutzen. Die Einladung dazu erfolgte parteiübergreifend, doch die Resonanz im Plenarsaal zeigte deutliche Spannungen. Zahlreiche demokratische Abgeordnete, darunter Nancy Pelosi und zwei führende Senatoren, boykottierten die Rede. Vizepräsidentin Kamala Harris nahm aufgrund eines Terminkonflikts nicht teil. Außerhalb des Kapitols demonstrierten mehr als 5.000 pro-palästinensische Aktivisten lautstark gegen Netanyahus Politik, während innerhalb die Reaktionen gespalten blieben. Vor allem Republikaner applaudierten frenetisch, während viele Demokraten zurückhaltend reagierten. Netanyahu adressierte diese Differenzen und betonte die zentrale Rolle Israels für die Region und die Unterstützung durch die USA, ungeachtet der politischen Differenzen im amerikanischen Lager. Er beschrieb drastische Ereignisse vom 7. Oktober, als Hamas-Terroristen Israel angriffen, und setzte die aktuelle Situation in den historischen Kontext jüdischer Leiden, unter anderem des Holocausts. Während seiner Rede bezeichnete er pro-palästinensische Demonstranten als "nützliche Idioten Teherans" und vermutet eine Finanzierung dieser Proteste durch Iran. Netanyahu dankte weiterhin Präsident Biden und lobte dessen Unterstützung für Israel, ohne Vizepräsidentin Harris zu erwähnen, mit der er später in dieser Woche zusammentreffen soll. Er forderte schnellere militärische Unterstützung der USA, um den Konflikt zügig beenden zu können. Anwesende israelische Soldaten wurden von ihm für ihre Tapferkeit gewürdigt. Dennoch blieb die Rede umstritten. Demokratische Kritiker wie Senator Chuck Schumer und Vertreter Jerrold Nadler zeigten ambivalente Reaktionen, indem sie sowohl Kritik an Netanyahu übten als auch Applaus spendeten. Liberale Gruppen wie J Street prangerten die Rede als substanzlos an und kritisierten das Fehlen eines konkreten Plans zur Befriedung der Region. Auch auf der republikanischen Seite gab es Abwesenheiten: Senator JD Vance war im Wahlkampf, und Abgeordneter Thomas Massie bezeichnete den Auftritt des israelischen Premierministers als "politisches Theater".