David Barnea, der Direktor des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad, hält sich derzeit in Rom auf, um an indirekten Gesprächen über eine mögliche Waffenruhe im Gaza-Krieg teilzunehmen. Dabei traf er auf den CIA-Direktor William Burns sowie Katars Ministerpräsidenten Mohammed bin Abdulrahman Al Thani und den ägyptischen Geheimdienstminister Abbas Kamel, wie eine israelische Vertreterin bestätigte.
Seit Monaten dauern diese indirekten Verhandlungen zwischen Israel und der islamistischen Hamas an, vermittelt durch die USA, Katar und Ägypten. Im Zentrum steht ein mehrstufiger Plan des US-Präsidenten Joe Biden, der letztlich eine dauerhafte Waffenruhe ermöglichen soll. Ein wesentliches Element des Plans besteht darin, von der Hamas gefangene Geiseln gegen palästinensische Häftlinge in israelischen Gefängnissen auszutauschen.
Die erste Phase von Bidens Plan sieht eine sechs Wochen andauernde Waffenruhe vor, während derer eine bestimmte Gruppe von Geiseln freigelassen werden soll. Nach israelischen Angaben hält die Hamas 115 Geiseln gefangen, von denen jedoch viele nicht mehr leben könnten. Im Gegenzug sollen palästinensische Gefangene aus israelischen Haftanstalten entlassen werden. Anschließend wäre eine dauerhafte Einstellung der Kämpfe sowie die Freilassung der restlichen Geiseln geplant. Schließlich soll der Gazastreifen wieder aufgebaut werden.
Neuere Entwicklungen umfassen zusätzliche Bedingungen, die der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu formuliert hat, welche jedoch für die Hamas als inakzeptabel gelten. Der Gaza-Krieg wurde durch ein verheerendes Massaker am 7. Oktober des Vorjahres ausgelöst, bei dem Islamisten der Hamas gemeinsam mit anderen Gruppen aus dem Gazastreifen 1.200 Menschen im Süden Israels töteten.