10. Juli, 2026

Politik

Milan Malpensa Airport wird nach Silvio Berlusconi benannt – Kontroverse um Entscheidung

Milan Malpensa Airport wird nach Silvio Berlusconi benannt – Kontroverse um Entscheidung

Die jüngste Umbenennung des internationalen Flughafens in Mailand Malpensa zu Ehren des ehemaligen italienischen Premierministers und Medienmoguls Silvio Berlusconi, der letztes Jahr im Alter von 86 Jahren verstarb, hat landesweit große Wellen geschlagen. Silvio Berlusconi, bekannt für seine schillernde Karriere in Politik und Wirtschaft, wird nun im Namen des Flughafens verewigt: International Airport Milan Malpensa – Silvio Berlusconi.

Die Entscheidung fiel diesen Monat und löste sofort heftige Reaktionen aus. Behördlich wurde die Namensänderung durch die Civil Aviation Authority Italiens nach Anträgen regionaler Führer genehmigt. Matteo Salvini, Verkehrsminister und Chef der rechtspopulistischen Partei Lega, kündigte dies am 5. Juli über soziale Medien an und beschrieb Berlusconi als „einen großen Unternehmer, großen Mailänder und großen Italiener“.

Allerdings war die Reaktion der Öffentlichkeit gemischt. Es folgte ein Sturm von Protesten linker Abgeordneter, zahlreiche Memes und eine Online-Petition, die die Umbenennung verhindern soll. Diese Petition hatte bis Mittwoch bereits mehr als 160.000 Unterschriften gesammelt. Auch in internationalen Medien sorgte die Entscheidung für Schlagzeilen und löste Diskussionen aus.

„Warum nicht Bunga-Bunga-Flughafen“, spottete eine deutschsprachige Publikation, eine Anspielung auf die eskapistischen Partys in Berlusconis Villa, die er selbst als „elegante Abendessen“ bezeichnete. Diese ironische Bemerkung spiegelt die Kontroversen wider, die Berlusconi zeitlebens umgaben.

Silvia Roggiani, Abgeordnete der Mitte-links-Partei Partito Democratico und regionale Parteisekretärin in der Lombardei, äußerte klipp und klar ihre Meinung. Während Berlusconi unbestreitbar eine einflussreiche Persönlichkeit in der italienischen Politik und Wirtschaft gewesen sei, sei er zugleich eine polarisierende Figur gewesen. „Flughäfen werden zweifellos nach Personen benannt, die Italien Prestige verliehen haben, und während Silvio Berlusconi sicherlich ein großer Unternehmer war, war er auch eine spaltende Gestalt, geliebt von Millionen Italienern und ebenso vielen, die glaubten, er habe die Politik zu seinem persönlichen Vorteil genutzt“, bemerkte Roggiani.