FDP-Chef Christian Lindner hat eine Zusammenarbeit seiner Partei in einer möglichen Bundesregierung unter Führung der Grünen kategorisch abgelehnt. „Klar ist für mich eins: Noch mehr grün, also mit einem grünen Kanzler und einem grüneren Regierungsprogramm, das würde nicht zu uns passen“, äußerte der Finanzminister im Interview mit dem ARD-'Hauptstadtstudio'. Damit spielte Lindner auf eine potenzielle Kanzlerkandidatur von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck an, nachdem Außenministerin Annalena Baerbock öffentlich erklärt hatte, nicht zur Verfügung zu stehen.
Während Lindner im Social-Media-Format „Frag selbst“ sprach, bei dem Zuschauer online Fragen einreichen können, wurde konkret nach einer erneuten Regierungsunterstützung für die Grünen gefragt. Die Antwort des FDP-Chefs fiel zurückhaltend aus: Die Wahlprogramme seien noch nicht bekannt und die FDP werde sich zu gegebener Zeit dazu positionieren.
Den Wiedereinzug der FDP in den nächsten Bundestag sieht Lindner derweil skeptisch. Die kommenden Bundestagswahlen am 28. September 2025 werfen bereits ihre Schatten voraus. Nach aktuellen Umfragen wäre eine Neuauflage der Ampel-Koalition unwahrscheinlich, da eine Mehrheit von SPD, Grünen und FDP nach derzeitigem Stand nicht erreichbar wäre. Die FDP selbst rangiert in den Umfragen lediglich zwischen 4 und 6 Prozent.
Zur Frage, wie die FDP die Fünf-Prozent-Hürde überschreiten wolle, betonte Lindner, die FDP sei die einzige Partei, die für individuelle Freiheit stehe, den Menschen etwas zutraue und Respekt vor Leistung und Eigentum zeige. Dies sei ein täglicher Kampf: „Woher kommen die Geräusche der Ampel-Koalition? Weil die FDP sich einer Politik, wie SPD und Grüne sie ohne uns machen würden, entgegenstellt. Das möchten wir gerne fortsetzen. Unser Land muss weiter aus der Mitte nach vorne geführt werden, es darf nicht nach links.“