10. Juli, 2026

Politik

Keir Starmer: Offensive gegen Schleuser und verstärkte Zusammenarbeit

Keir Starmer: Offensive gegen Schleuser und verstärkte Zusammenarbeit

Premierminister Keir Starmer macht Ernst im Kampf gegen Schleuserkriminalität. Auf dem Europagipfel in Oxfordshire rief er zur internationalen Zusammenarbeit auf und betonte die Notwendigkeit, die kriminellen Netzwerke, die von menschlichem Leid profitieren, zu zerschlagen. Starmer, dessen Labour-Partei seit zwei Wochen in Großbritannien regiert, drängte darauf, Geheimdienstinformationen und Taktiken zu teilen, Schleuserrouten zu unterbrechen und die Wurzeln der Fluchtursachen anzugehen – darunter Konflikte, Klimawandel und extreme Armut.

Zur Unterstützung dieser Maßnahmen kündigte Starmer finanzielle Hilfen in Höhe von 84 Millionen Pfund (fast 100 Millionen Euro) für Projekte in Afrika und dem Nahen Osten an. Die Gelder sollen in humanitäre Hilfe, Gesundheits- und Bildungsinitiativen fließen, um die Lebensumstände in den betroffenen Regionen nachhaltig zu verbessern.

Im Hinblick auf die Gefahren der Ärmelkanal-Überquerung mit Schlauchbooten, die immer wieder Menschenleben fordern, bekräftigte Starmer seine Ablehnung gegenüber Plänen der früheren konservativen Regierung, Asylsuchende nach Ruanda abzuschieben. Stattdessen plant er eine Stärkung des britischen Grenzschutzes durch neue Strukturen.

Ein Bericht der 'Times' lässt vermuten, dass Starmer auf ein Abkommen mit Frankreich zur Rücknahme irregulär eingereister Personen hofft. Im Gegenzug könnte er bereit sein, unbegleitete minderjährige Asylsuchende, die Familienmitglieder in Großbritannien haben, aufzunehmen. Nach dem Gipfel ist ein Treffen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zum Dinner geplant, bei dem diese Themen weiter vertieft werden sollen.

Starmer versicherte zudem, dass Großbritannien nicht aus der Europäischen Menschenrechtskonvention austreten wird, ein Schritt mit dem sein Vorgänger Rishi Sunak gedroht hatte. Stattdessen strebt er eine Neuordnung der Beziehungen zur Europäischen Union an, wobei eine Rückkehr in die Staatengemeinschaft ausgeschlossen bleibt.