07. Juli, 2026

Politik

Katalonien vor historischen Entscheidungen: Salvador Illa und das Rätsel um Puigdemont

Katalonien vor historischen Entscheidungen: Salvador Illa und das Rätsel um Puigdemont

Im katalanischen Parlament hat die mit Spannung erwartete Sitzung zur Wahl des Sozialisten Salvador Illa zum neuen Ministerpräsidenten begonnen. Der 58-Jährige, der erste katalanische Regierungschef seit vielen Jahren, der eine Abspaltung der Region von Spanien ablehnt, steht vor einer wegweisenden Entscheidung für die politische Zukunft Kataloniens.

Für Aufsehen sorgte unterdessen Carles Puigdemont, der per Haftbefehl gesuchte Separatistenführer. Nach fast sieben Jahren im Exil tauchte er am Morgen in Barcelona auf und hielt eine kurze Rede vor Anhängern. Doch kurz darauf verschwand er spurlos, was in den spanischen Medien für Spekulationen sorgt. Der 61-jährige Puigdemont, dem persönliche Bereicherung vorgeworfen wird, droht bei seiner Festnahme eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Justiz.

Puigdemont hatte angekündigt, dass er an der Parlamentssitzung zur Wahl eines neuen Regionalregierungschefs teilnehmen wolle. Doch wie der staatliche TV-Sender RTVE berichtete, war er dort nicht zu finden. Der Separatistenführer, ein Mitglied der Partei Junts, war 2017 nach einem illegalen Unabhängigkeitsreferendum und der gescheiterten Abspaltung Kataloniens heimlich außer Landes geflohen.

Illas Partei, die aus der vorgezogenen Wahl im Mai als stärkste Kraft hervorging, benötigt die Unterstützung der linken Separatistenpartei ERC, um eine Mehrheit zu sichern. Diese Kooperation beruht auf Zugeständnissen in Finanzfragen und der Förderung der katalanischen Sprache. Sollte bis zum 25. August keine neue Regierung gebildet werden, stünde Katalonien erneut vor einer Wahl.