Der Wahlkampf in den USA hat in den letzten Tagen erneut an Intensität gewonnen, nicht zuletzt durch die jüngsten Aussagen von Donald Trump. In Charlotte, North Carolina, nahm er die demokratische Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris ins Visier und charakterisierte sie als 'die ultraliberale treibende Kraft hinter jeder einzelnen Biden-Katastrophe'. Dabei spielte er auf ihre Rolle in der bisherigen Amtszeit von Präsident Joe Biden an, der kürzlich seinerseits seinen Rückzug aus dem Rennen verkündete.
Harris und Trump konzentrieren ihre Wahlkampfaktivitäten derzeit auf besonders umkämpfte Bundesstaaten. North Carolina gehört zu den sogenannten Swing States, bei denen offen ist, ob sie den Demokraten oder den Republikanern ihre Stimmen geben werden. Obwohl die Republikaner in der Vergangenheit knapp die Oberhand behielten, konnte im Jahr 2008 Barack Obama den Staat für die Demokraten gewinnen. Dies macht North Carolina zu einem Schlüsselstaat für beide Seiten.
Trump zeigte sich in seiner Rede gewohnt kämpferisch: Er bezeichnete Harris als 'die liberalste gewählte Politikerin in der amerikanischen Geschichte' und zog sogar einen Vergleich zu Bernie Sanders, um ihre politische Position hervorzuheben. Die 59-jährige Harris, die bereits als toughe Staatsanwältin aufgetreten ist und Trumps juristische Probleme thematisierte, steht nun im Mittelpunkt der republikanischen Kritik.
Ein weiteres Thema, das Trump ansprach, war der Attentatsversuch auf ihn vor anderthalb Wochen. Ein Schütze hatte während einer Wahlkampfveranstaltung in Pennsylvania das Feuer eröffnet, wobei ein Zuschauer getötet und weitere verletzt wurden. Trump selbst wurde am Ohr verwundet. Trotz dieses Vorfalls zeigt der 78-Jährige wenig Neigung, seine aggressive Rhetorik zu mäßigen. In seiner ersten Rede nach dem Angriff sprach er zunächst von Einheit, verfiel jedoch bald wieder in bekannte, polemische Muster.