Die US-Ölindustrie und die Republikaner drängen Vizepräsidentin Kamala Harris, ihre Energie- und Klimapolitik explizit darzulegen. Harris muss die Balance zwischen ihrer progressiven Wählerbasis und den entscheidenden Stimmen in Schiefergebieten wie Pennsylvania wahren.
Am Donnerstag äußerte sich Harris gegen ein Verbot von Fracking, was jedoch nicht die Angriffe von Donald Trump und führenden US-Ölmanagern stoppen konnte, die befürchten, ihre Politik würde den Öl- und Gassektor schädigen.
Die Chefs der beiden größten US-Öllobbygruppen fordern Klarheit darüber, ob Harris die Pause für Genehmigungen neuer LNG-Anlagen beenden und die Bohrbeschränkungen der Biden-Administration unterstützen würde. Anne Bradbury, Vorsitzende des American Exploration and Production Council, betonte, dass Harris bisher stark gegen die Öl- und Gasindustrie agiert habe.
Harris' Energiepolitik ist von enormer Bedeutung für amerikanische Familien und Unternehmen und könnte entscheidend für die Wählerstimmen im November sein, so Bradbury. Mike Sommers, CEO des American Petroleum Institute, kritisierte die Biden-Administration für ihren angeblichen 'Regulierungsansturm.'
Trump beschuldigt Harris, einen 'Krieg gegen die amerikanische Energie' zu führen und macht sie für die hohen Treibstoffkosten verantwortlich. Er versprach, die Energiepolitik der Biden-Administration zu kippen und bezeichnete den Klimawandel wiederholt als Schwindel.
Harris, die 2019 ein Verbot des Frackings unterstützt hatte, erklärte CNN gegenüber, dass die USA eine florierende saubere Energiewirtschaft ohne ein Fracking-Verbot haben könnten. Dennoch sind Gasmanager besorgt über die Pause bei Genehmigungen für neue LNG-Exportanlagen, die die Schiefergasproduktion hemmen könnten.
Toby Rice, CEO des in Pennsylvania ansässigen Unternehmens EQT, forderte Harris auf, die Beschränkungen aufzuheben, da sie die Energiesicherheit gefährden könnten.
Während Biden das Klima ins Zentrum seiner Kampagne stellte, hat Harris sich zu diesem Thema weitgehend bedeckt gehalten. Kevin Book von ClearView Energy Partners glaubt, dass dies ein Versuch sei, sowohl Produzenten als auch Klimaaktivisten nicht zu verärgern.
Klimafreundlich orientierte Wähler sind hingegen weniger besorgt über Harris' mangelnde Politikdetails. Cassidy DiPaola von Fossil Free Media betonte, dass der wichtigste Klimaschritt derzeit darin bestehe, Trump im November zu besiegen.
Unlängst starteten Klimaschutzorganisationen eine 55-Millionen-Dollar-Werbekampagne zur Unterstützung von Harris in Swing States. Trump dagegen erhält finanzielle Unterstützung von Ölmanagern und verspricht regulatorische Erleichterungen und die Abschaffung von Subventionen für saubere Energie.