Grünen-Chef Omid Nouripour zeigt sich optimistisch bezüglich einer erneuten Regierungsbeteiligung seiner Partei in Sachsen. Die bisherige Dreierkoalition aus CDU, SPD und Grünen unter der Führung des CDU-Ministerpräsidenten Michael Kretschmer habe gute Arbeit geleistet, erklärte er in einem Interview mit der ARD. Auch wenn der Ministerpräsident in den vergangenen zwei Jahren im Wahlkampf eher gegen die eigenen Reihen vorgegangen sei, sieht Nouripour Chancen für eine Fortsetzung der Koalition.
In Thüringen allerdings scheint die politische Lage für die Grünen schwieriger zu sein. Nouripour deutete an, dass die Grünen dort voraussichtlich nicht in den Landtag einziehen werden. Das Wahlergebnis bezeichnete er als schmerzhaft. Besorgt äußerte er sich auch über den Wahlerfolg einer offen rechtsextremen Partei, die zum ersten Mal seit 1949 die stärkste Kraft in einem Landtag geworden sei.
Auf die Frage, welche Maßnahmen die Grünen und die Ampelkoalition insgesamt ergreifen wollen, um ein ähnliches Szenario bei der nächsten Bundestagswahl zu verhindern, blieb Nouripour vage. Er betonte jedoch die Notwendigkeit, einen Beitrag zur Stärkung der Demokratie zu leisten.
Das unterdurchschnittliche Abschneiden der Ampel-Parteien bei den jüngsten Wahlen, darunter SPD, Grüne und FDP, führte Nouripour auf die internen Querelen innerhalb der Bundesregierung zurück. Die überflüssigen Streitigkeiten in der Koalition hätten allen Parteien geschadet und seien nun ein Stück weit die Rechnung, die man präsentiert bekomme.