05. Juli, 2026

Politik

Großes Treffen in Berlin: Starmer und Scholz setzen auf Annäherung

Großes Treffen in Berlin: Starmer und Scholz setzen auf Annäherung

Der britische Premierminister Keir Starmer skizzierte am Mittwoch bei seinem Besuch in Berlin ehrgeizige Pläne für eine erneute Annäherung zwischen Großbritannien und Europa nach dem Brexit. In Gesprächen mit dem deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz betonte Starmer die Wichtigkeit eines „einmaligen" Neustarts in den Beziehungen zu Deutschland.

Die Diskussionen erzeugten eine spürbare Änderung im Ton gegenüber der zurückliegenden konservativen Regierung, jedoch blieben konkrete Details darüber, wie die Wiederherstellung der Beziehungen zu tatsächlichen politischen Veränderungen führen solle, weitgehend aus.

Starmer kündigte nach Gesprächen mit Scholz an, dass bis Ende des Jahres ein neues britisch-deutsches Abkommen in den Bereichen Verteidigung, Technologie, Wirtschaft und Kultur abgeschlossen werden soll, das Teil einer umfassenderen Neuausrichtung der Beziehungen zur Europäischen Union sein wird.

Auch wenn Starmer betonte, dass er „hocherfreut“ sei, neben Scholz zu stehen, vermied er es, sich zu spezifischen politischen Veränderungen zu verpflichten. Er bekräftigte sein Wahlversprechen, Großbritannien werde nicht wieder in die wirtschaftlichen Strukturen der EU eintreten. Des Weiteren erklärte er, Großbritannien habe derzeit „keine Pläne“, ein Mobilitätssystem zu vereinbaren – eine von Deutschland favorisierte Initiative, die jungen Briten und Europäern den Arbeitsverkehr zwischen den Ländern erleichtern würde. Zwar schloss er diese Möglichkeit auf Nachfrage von Reportern später nicht aus, doch konkrete Zusagen blieben aus.

Das Referendum 2016, bei dem Großbritannien knapp für den EU-Austritt stimmte, führte zu einer anhaltenden politischen Krise und verschärfte die Spannungen mit den EU-Mitgliedsstaaten. Nachfolgende Verhandlungen unter der Regierung von Boris Johnson beschädigten die Beziehungen zu vielen europäischen Hauptstädten weiter nachhaltig. Johnsons kurzlebige Nachfolgerin, Liz Truss, hatte sogar einmal ausdrücklich vermieden zu sagen, ob der französische Präsident Emmanuel Macron ein Freund oder Feind sei.