Inmitten wachsender internationaler Spannungen hat der britische Verteidigungsminister John Healey die Entscheidung verteidigt, eine Reihe von Lizenzen für Waffenexporte nach Israel auszusetzen. Er betonte, dass die Sicherheit Israels durch diese Maßnahme nicht wesentlich beeinträchtigt werde. Großbritannien sei verpflichtet, gesetzliche Bestimmungen einzuhalten, was jedoch die 'unerschütterliche Verpflichtung', Israels Recht auf Selbstverteidigung zu unterstützen, nicht infrage stelle.
Obwohl Großbritannien keine direkten Waffenlieferungen an Israel durchführt, wurden britischen Rüstungsunternehmen bisher etwa 350 Lizenzen für den Export erteilt. Außenminister David Lammy erklärte am Montag, dass nun 30 dieser Genehmigungen suspendiert werden. Betroffen sind vor allem Teile für Jets und Drohnen. Lammy begründete diesen Schritt mit der Befürchtung, dass die Exporte zu schweren Verstößen gegen das humanitäre Völkerrecht führen könnten. Die konservative Opposition sowie die israelische Regierung und jüdische Verbände in Großbritannien haben die Maßnahme scharf kritisiert.
Verteidigungsminister Healey informierte im Vorfeld seinen israelischen Kollegen Joav Galant über die Entscheidung. Galant zeigte sich wenig erfreut über den Anruf, was Healey jedoch nicht überraschte. Er erklärte: 'Manchmal sind es deine engsten Freunde, die die härtesten Wahrheiten aussprechen müssen.'
Dokumente der britischen Regierung, die zur Begründung dieser Entscheidung vorgelegt wurden, verweisen darauf, dass 'Israel seiner Pflicht als Besatzungsmacht nicht nachgekommen' sei, die Versorgung der Bevölkerung im Gaza-Streifen sicherzustellen. Zudem gäbe es 'glaubwürdige Behauptungen über die Misshandlung von Gefangenen' in einer Weise und Häufigkeit, die darauf hinwiesen, dass einige Fälle möglicherweise gegen das humanitäre Völkerrecht verstoßen.