Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Großbritannien um Unterstützung bei der Aufhebung der Beschränkungen für den Einsatz westlicher Waffen gebeten. Die Anfrage stellte er im Rahmen einer Kabinettssitzung in London, wo er den britischen Premierminister Keir Starmer aufforderte, Führungsstärke zu zeigen, wie die Nachrichtenagentur PA berichtete.
Selenskyj argumentierte, dass eine Aufhebung der Beschränkungen es der Ukraine ermöglichen würde, russische Gebiete anzugreifen, in denen Waffen lagernd sind. Dies würde seinem Land erheblich helfen, die Verteidigung und die Positionen an der Front zu stärken.
Dieser Besuch war bedeutsam, da Selenskyj als erster ausländischer Staatschef seit Starmers Amtsantritt in der Downing Street empfangen wurde. Zuvor hatte zuletzt der damalige US-Präsident Bill Clinton im Jahr 1997 im britischen Kabinett gesprochen.
Bundeskanzler Olaf Scholz lehnte die Forderung nach einer allgemeinen Aufhebung der Beschränkungen erneut ab. Großbritannien vertritt die Auffassung, dass die Ukraine über die Verwendung der gelieferten Waffen selbst entscheiden sollte, solange internationales Recht nicht verletzt wird. Scholz, der sich bei einem Treffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft nahe Oxford äußerte, zeigte sich jedoch weiterhin skeptisch.
Innerhalb der NATO wird kontrovers diskutiert, ob die Ukraine westliche Waffen auch für Angriffe auf militärische Ziele in Russland nutzen sollte. Die USA und Deutschland haben die Lieferung bestimmter Waffensysteme an strenge Nutzungsauflagen geknüpft, um eine Eskalation des Konflikts und eine mögliche Einbindung der NATO als Kriegspartei zu vermeiden. Eine Ausnahme gilt für die Verteidigung der an der russischen Grenze gelegenen Großstadt Charkiw.