CDU-Chef Friedrich Merz sieht für die Union bei der kommenden Bundestagswahl im nächsten Jahr ein "Potenzial von 35 Prozent und mehr". Dies äußerte er in einem Interview mit der Welt am Sonntag. Merz konkretisierte dabei die Ziele der CDU/CSU: „Wir wollen die mit Abstand stärkste Fraktion werden. Wir sollten nach Möglichkeit nur einen Koalitionspartner brauchen. Und wir sollten mindestens unter zwei Fraktionen im Bundestag wählen können, mit wem wir gegebenenfalls zusammenarbeiten.“
Auch CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann unterstrich die Zielsetzung der Partei. "Wir wollen nicht um jeden Preis regieren", betonte er in einem Interview mit den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Linnemann erklärte weiter, dass es bei dieser Wahl besonders auf die Inhalte ankommen werde. Eine Regierungsbeteiligung in der nächsten Legislaturperiode hänge davon ab, ob die CDU ihre inhaltlichen Positionen durchsetzen könne.
Die nächste reguläre Bundestagswahl ist voraussichtlich am 28. September 2025. In aktuellen Umfragen liegt die Union seit langem bei 30 Prozent oder leicht darüber und damit vor allen politischen Konkurrenten.
Die Frage nach dem Kanzlerkandidaten der Union bleibt derweil spannend. Laut Linnemann wird die Entscheidung über die Kanzlerkandidatin oder den Kanzlerkandidaten im Frühherbst getroffen. Das Alter von Parteichef Merz, der kurz nach der Wahl 70 Jahre alt wird, spielt dabei keine Rolle. "Wer Kanzlerkandidat der Union wird, der muss es wirklich wollen. Dieses Kriterium ist für mich am wichtigsten."
Auch Merz hält am bisherigen Prozess zur Kandidatenwahl fest. "Zunächst werden die beiden Parteivorsitzenden einen gemeinsamen Vorschlag machen", sagte er im Hinblick auf CSU-Chef Markus Söder. "Und darüber werden wir dann auch mit den Landesvorsitzenden sprechen." Auf die Frage, ob er selbst Kanzlerkandidat werden möchte, antwortete Merz, dass er die Entscheidung im Spätsommer einvernehmlich mit Markus Söder klären werde.