Nach der dreistündigen Blockade des Flughafens Köln/Bonn durch Klimaaktivisten fordert Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) schärfere gesetzliche Maßnahmen. "Wer gewaltsam auf Flughäfen eindringt, Rollfelder besetzt und Maschinen blockiert, gefährdet Menschenleben", erklärte Wissing gegenüber den Funke-Medien. Der Bundestag müsse nun zügig die geplante Verschärfung des Luftsicherheitsgesetzes verabschieden. Besonders betont wurde die Notwendigkeit der Einführung von Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren, um den Gerichten härtere Urteile zu ermöglichen.
Am Morgen hatten sich fünf Aktivisten auf dem Rollweg des Flughafens festgeklebt, was zu massiven Störungen führte. Insgesamt fielen 31 Flüge aus, davon 15 Starts und 16 Landungen. Sechs weitere Flüge wurden umgeleitet, und es kam zu zahlreichen Verspätungen. Erst nachdem die Polizei die Aktivisten entfernt hatte, konnte der normale Flugbetrieb wieder fortgesetzt werden. Gegen die Beteiligten wurden Strafanzeigen wegen verschiedener Vergehen, einschließlich des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr, erstattet.
Die Aktivistengruppe Letzte Generation erklärte, dass der Protest Teil einer internationalen Kampagne sei. Ziel dieser Bewegung ist es, den Ausstieg aus fossilen Energieträgern bis zum Jahr 2030 zu erzwingen. Die Aktion sollte zeitgleich an Flughäfen in über zehn Ländern stattfinden.
Auch der Flughafenverband ADV äußerte scharfe Kritik an den Protesten und nannte sie "kriminell". ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel betonte die Notwendigkeit des schnellen Handelns durch das Kabinett und wies auf die enormen Auswirkungen der Blockaden während der Sommerferien hin.
Die Bundesregierung plant, durch die Reform des Luftsicherheitsgesetzes, radikale Klimaschützer von der Durchführung gefährlicher Aktionen auf Flughäfen abzuhalten. Das Herzstück der Reform ist eine neue, strafrechtliche Vorschrift für das unberechtigte Eindringen auf Flughafengelände, sofern dadurch die Sicherheit des zivilen Luftverkehrs gefährdet wird.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) unterstützt den Vorstoß und fordert eine zügige Umsetzung. Die Risiken, die von solchen Blockaden ausgehen, seien immens, so Andreas Roßkopf, Vorsitzender des GdP-Bereichs Bundespolizei.
Sahra Wagenknecht kritisierte den Protest auf dem Netzwerk X scharf und meinte, dass eine derartige Aktion nur dazu führe, Kinder und Familien in ihren Sommerferien zu beeinträchtigen.