04. Juli, 2026

Politik

Europa muss technologische Abhängigkeiten reduzieren: Dänemarks Premierministerin warnt vor einseitigen Lieferketten

Europa muss technologische Abhängigkeiten reduzieren: Dänemarks Premierministerin warnt vor einseitigen Lieferketten

Die dänische Premierministerin Mette Frederiksen appelliert an Europa, aus der bisherigen Abhängigkeit von russischem Öl und Gas zu lernen und nicht denselben Fehler bei der Technologieabhängigkeit von China zu wiederholen. In einem Interview mit der Financial Times betonte Frederiksen, dass Europa seine Einstellung und seine Sichtweise auf die Welt ändern müsse, die bisher auf Frieden fokussiert war. Sie hob hervor, dass Pekings Rolle entscheidend sei, um Russlands fortgesetzte Invasion in der Ukraine zu unterstützen.

Frederiksen betont die Notwendigkeit einer verstärkten Investition in heimische Technologien und vermeidet jedoch klare Aussagen zu möglichen Handelsrestriktionen gegen chinesische Produkte. Sie nahm am Globsec Sicherheitsforum in der Tschechischen Republik teil, wo auch der tschechische Präsident Petr Pavel die Bedeutung Chinas im Hinblick auf ein Ende der russischen Aggression unterstrich.

Joseph Wu, generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrats von Taiwan, fügte hinzu, dass Europa die Abhängigkeit von China reduzieren könnte, indem es eine widerstandsfähige demokratische Lieferkette mit gleichgesinnten Partnern wie den USA, Japan, Südkorea und Taiwan aufbaue. Wu warnte, dass China Handelsbeziehungen in Zukunft als Druckmittel gegen europäische Länder nutzen könnte, ähnlich wie Russland seine Energielieferungen.

Frederiksen wies zudem darauf hin, dass Dänemark die EU zu Maßnahmen gegen die sogenannte Schattenflotte Russlands dränge – Schiffe, die von Moskau genutzt werden, um westliche Sanktionen zu umgehen. Sie sagte, dass russische Öltanker, die die dänischen Meerengen passieren, ein Umweltrisiko darstellen und dass Europa handeln müsse.

Darüber hinaus betonte Frederiksen, dass Dänemark die Ukraine nicht nur mit Munition, sondern auch mit F-16 Kampfflugzeugen unterstützt hat. Sie forderte andere westliche Verbündete auf, bestehende "rote Linien" bei der Lieferung von Waffen an die Ukraine aufzuheben und keine Einschränkungen für deren Einsatz zu machen, solange dieser innerhalb des Völkerrechts bleibe.

"In dieser kritischen Situation können wir keine Zeit mehr verlieren. Diese Diskussion sollte beendet werden," so Frederiksen. "Wenn Sie sich in einem Krieg wie die Ukrainer befinden, mit globalen Konsequenzen für uns alle, bedeuten Einschränkungen bei Spenden schlichtweg, dem Feind gute Karten zuzuspielen."