Der prominente Hamas-Führer Ismail Haniyeh, der aus Katar die politischen Aktivitäten der Organisation leitete, wurde am gestrigen Tag in Teheran ermordet, wo er sich zur Amtseinführung des neu gewählten iranischen Präsidenten aufhielt. Sowohl Iran als auch Hamas beschuldigen Israel, hinter dem Attentat auf Haniyeh zu stecken. Nun steht die Frage im Raum, ob eine mögliche Reaktion Irans und seiner Verbündeten zu einem breiteren regionalen Konflikt führen könnte. Irans oberster Führer, Ayatollah Ali Khamenei, versprach eine "harte Bestrafung" für das Attentat und unterstrich damit die Spannungen in der Region. Während keine genauen Details über die Durchführung des Attentats vorliegen, hat sich das israelische Militär bisher nicht zu Haniyehs Tod geäußert. In einer weiteren Eskalation bestätigte die libanesische Hisbollah gestern, dass ihr hochrangiger Kommandeur Fuad Shukr bei einem israelischen Luftangriff in einem Vorort von Beirut am Dienstag getötet worden sei. Patrick Kingsley, Leiter unseres Jerusalemer Büros, kommentiert: "Das Attentat auf einen Hamas-Führer auf iranischem Boden ist der dreisteste Angriff auf die iranische Verteidigung seit Jahren. Der Angriff auf den Hisbollah-Kommandeur in Beirut markiert die größte Eskalation Israels im Libanon seit Beginn des Krieges. Alles ist möglich, aber die Seiten haben eine Eskalation während eines ähnlich angespannten Moments im April vermieden, und wir könnten hier dasselbe sehen." Haniyeh spielte eine Schlüsselrolle in den Waffenstillstandsverhandlungen zwischen Hamas und Israel. Sein Tod dürfte die ohnehin schon stockenden Gespräche weiter verzögern. Einige Palästinenser in Gaza befürchten, dass Haniyehs Ermordung die Verhandlungen weiter hinauszögern könnte, während andere dessen Tod als irrelevant für eine Bevölkerung betrachten, die seit fast zehn Monaten unter Krieg leidet.
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Eskalation im Nahen Osten: Hamas-Führer in Teheran getötet