US-Präsident Joe Biden sieht sich erneut wachsenden Rückforderungen aus den eigenen Reihen ausgesetzt, aus dem Wahlkampf um eine zweite Amtszeit auszusteigen. Nach mehreren innerparteilichen Appellen hat nun auch der prominente demokratische Abgeordnete Adam Schiff Biden öffentlich zum Rückzug aufgefordert.
In einer schriftlichen Stellungnahme äußerte Schiff, der eine Senatskandidatur anstrebt, erhebliche Zweifel an Bidens Fähigkeit, den republikanischen Herausforderer im November zu besiegen. Trotz der Erfolge, die Biden vorweisen könne, sei es an der Zeit, Platz für eine neue Führungspersönlichkeit zu machen. "Es steht einfach zu viel auf dem Spiel", mahnte Schiff.
Als enger Vertrauter der ehemaligen Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, hat Schiff bedeutenden Einfluss innerhalb der demokratischen Partei, insbesondere im bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat Kalifornien. Pelosi, die weiterhin eine Schlüsselfigur in der Partei ist, hatte kürzlich betont, dass die Entscheidung bei Biden liege, ob er erneut kandidieren wolle. Allerdings verzichtete sie darauf, Biden ausdrücklich ihre Unterstützung auszusprechen, was für erhebliches Aufsehen sorgte.
Bidens hohes Alter und Zweifel an seiner geistigen Fitness haben zuletzt für verstärkte Kritik gesorgt. Besonders nach einem misslungenen TV-Duell mit Ex-Präsident Donald Trump wurde die Forderung nach einem Rückzug lauter. Diverse demokratische Abgeordnete äußerten öffentlich ihre Besorgnis über Bidens Wahlchancen.
Ein jüngst verübter Anschlag auf Trump bei einem Wahlkampfauftritt hatte die Diskussionen um Bidens Eignung vorübergehend in den Hintergrund gedrängt. Nun ist die Debatte zurück und der Druck auf Biden wächst erneut. Der Präsident hat bislang alle Rücktrittsforderungen kategorisch abgelehnt und betont, dass er fest entschlossen sei, im Rennen zu bleiben.