Die bundesdeutschen Behörden haben das Islamische Zentrum Hamburg (I.Z.H.) verboten und zahlreiche mit der Organisation verbundene Objekte durchsucht. Der Innenminister erklärte, dass das I.Z.H. als extremistische Organisation eingestuft wird, die die Hisbollah unterstützt und als Front für den obersten Führer des Iran fungiert.
Seit Jahren ermittelt die deutsche Justiz gegen die schiitisch-muslimische Gruppierung aufgrund ihrer vermeintlichen Verbindungen zur Hisbollah, einer 2020 in Deutschland verbotenen, vom Iran unterstützten Miliz. Laut Innenministerin Nancy Faeser verbreitet die I.Z.H. eine islamistisch-extremistische Ideologie und unterstützt antisemitische Bestrebungen.
Nach Angaben des Innenministeriums fanden gerichtsanordnete Durchsuchungen von 53 Objekten einschließlich deren Vermögenswerte statt. Betroffen waren unter anderem Gebäude in Berlin und Hamburg; vier schiitische Moscheen, darunter die als Hauptsitz der Gruppe dienende „Blaue Moschee“ in Hamburg, sollen geschlossen werden.
Das Islamische Zentrum Hamburg stellt eines der bedeutendsten Zentren der schiitischen muslimischen Gemeinschaft in Europa dar. Die Gruppe, die 1953 gegründet wurde, war telefonisch nicht erreichbar und reagierte bisher nicht auf Anfragen per E-Mail. Bereits im letzten Jahr scheiterte die Organisation in einem Rechtsstreit gegen die Einstufung als iranisch kontrolliert.
In einer Erklärung vom Oktober letzten Jahres betonte die I.Z.H., dass sie jegliche Form von Gewalt und Extremismus verurteile und sich für Frieden, Toleranz sowie den interreligiösen Dialog einsetze. Das Innenministerium begründete sein Vorgehen damit, dass sich die aktuellen Maßnahmen auf Beweise stützen, die im Rahmen von Durchsuchungen im November entdeckt wurden, bei denen Bargeld, Laptops und Mobiltelefone beschlagnahmt wurden.