Verteidigungsminister Boris Pistorius unterstrich jüngst die wachsende Bedeutung Deutschlands beim Schutz internationaler Regeln in der geopolitisch essenziellen Indopazifik-Region. Die enge Verknüpfung von Stabilität und Sicherheit dieses globalen Knotenpunktes mit der europäischen Sicherheitslage betonte der SPD-Politiker bei einem Besuch der historischen Gedenkstätte des US-Marinestützpunktes Pearl Harbor auf Hawaii.
Im Rahmen seines Aufenthalts traf Pistorius auch auf deutsche Soldaten, die erstmals mit zwei Schiffen am von den USA geleiteten Marine-Manöver Rimpac teilnahmen. Er stellte klar, dass das expansive Vorgehen Chinas in der Region Unruhe und Verunsicherung stifte. Von einem wirtschaftlich führenden Land wie Deutschland werde erwartet, dass es auch in entfernteren Regionen Unterstützung leiste.
Pistorius unterstrich: "Deutschland ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt und trägt somit in Kooperation mit Partnern Verantwortung für die internationale und regelbasierte Ordnung." Es ginge nicht darum, gegen spezifische Akteure zu agieren, sondern eine klare Botschaft zu senden: "Wir sind präsent und verstehen den Wert der Freiheit der Meere, der Freiheit der Navigation und der internationalen regelbasierten Ordnung." Deutschland schätze seine Rolle als Partner in der Region und werde entsprechend wahrgenommen und gewürdigt.
Während seines Besuches ehrte Pistorius auch die auf dem Wasser errichtete Gedenkstätte über dem Wrack der "USS Arizona". Das Schlachtschiff, das nach einem überraschenden japanischen Angriff 1941 sank, ist Ruhestätte für mehr als 1000 Marinesoldaten. Dieser Angriff führte seinerzeit zum Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg aufseiten der Alliierten gegen die Achsenmächte Deutschland, Italien und Japan. Das Wrack der "USS Arizona" liegt bis heute nur wenige Meter unter der Wasseroberfläche und ist als Kriegsgrab bekannt. Über dem gesunkenen Schiff erhebt sich seit 1962 ein weißes Bauwerk, das sich als einer der Hauptanziehungspunkte für Touristen auf Hawaii etabliert hat.