Die Spannungen im Südchinesischen Meer haben sich erneut verschärft, nachdem China die Philippinen am Donnerstag aufforderte, ihr Küstenwachschiff sofort von der umstrittenen Sabina Shoal zurückzuziehen. Dies geschah, nachdem die philippinische Küstenwache per Hubschrauber Nachschub für die Besatzung der BRG Teresa Magbanua, einem ihrer modernen Mehrzweckschiffe, abgeworfen hatte. Vorangegangene Versuche, die Crew per Boot zu versorgen, waren von der chinesischen Seite blockiert worden.
Gan Yu, Sprecher der China Coast Guard (CCG), erklärte, man habe die Hubschrauberoperation eng überwacht und gemäß den Regeln gehandhabt. Er warnte, dass solch riskantes Verhalten der philippinischen Seite unerwartete Zwischenfälle zur See oder in der Luft verursachen könne.
Das chinesische Verteidigungsministerium unterstrich die Warnung und betonte, dass Manila die Geduld Pekings nicht überstrapazieren solle. Wu Qian, Sprecher des Ministeriums, forderte die Philippinen auf, ihre Schiffe und das Personal unverzüglich von Sabina Shoal zu entfernen und den Riffzustand ohne Anlagen wiederherzustellen. Zudem beschuldigte er die USA, die Situation im Südchinesischen Meer zu verschärfen, indem sie die Philippinen ermutigten.
Die Küstenwachen von China und den Philippinen stehen seit April in einem ständigen Spannungsverhältnis um Sabina Shoal, das in den Spratly-Inseln liegt und sowohl von den Philippinen als auch von China beansprucht wird. Die Philippinen hatten die BRP Teresa Magbanua dorthin entsandt, seither wird das Schiff von chinesischen Küstenwachschiffen, darunter auch das weltweit größte Küstenwachschiff CCG 5901, überwacht.
Vergangene Woche kam es zu weiteren Zwischenfällen, als mehrere Versorgungsschiffe der Philippinen von chinesischen Einheiten blockiert wurden. Jay Tarriela, Sprecher der philippinischen Küstenwache, warnte, dass die Vorräte an Bord kaum noch ausreichten.
Die jüngste Auseinandersetzung fügt sich in die zunehmenden geopolitischen Spannungen in der Region ein. Der amerikanische Admiral Samuel Paparo betonte, dass die US-Streitkräfte bereit seien, eine Vielzahl von Optionen zu ergreifen, um auf zunehmende Aggressionen im Südchinesischen Meer zu reagieren, falls dies in Abstimmung mit den Philippinen erforderlich sei.
Strebt man Lösungen für diese vertrackte Situation an, bleibt abzuwarten, wie die weiteren diplomatischen und möglicherweise auch militärischen Schritte beider Seiten ausfallen werden.