Angesichts des herausfordernden Wahlergebnisses in Thüringen hat Ministerpräsident Bodo Ramelow seine Unterstützung bei der Regierungsbildung angeboten, sofern dies von den anderen Parteien gewünscht wird. Er bekräftigte in Erfurt, alles Notwendige zu unternehmen, um eine Mehrheitsregierung zu ermöglichen. Ob dies auch die Tolerierung einer möglichen Koalition aus CDU, BSW und SPD umfassen könnte, ließ der Linke-Politiker offen und betonte, dass er nicht spekulieren werde.
Das Wahlergebnis, das zu einem Patt der Landtagssitze zwischen einer möglichen Dreierkoalition und der Kombination aus Linken und AfD führte, stellt die demokratischen Parteien vor erhebliche Herausforderungen. Ramelow zeigte sich bereit, Lösungen zu finden, und distanzierte sich von einer dogmatischen Haltung der „Ausschließeritis“.
Auch Staatskanzleiminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) ging einen Schritt weiter und forderte die CDU dazu auf, ihre bisherige ablehnende Haltung gegenüber einer Zusammenarbeit mit der Linken zu überdenken. Mario Voigts Strategie, die AfD und Die Linke als extreme politische Pole gleichzusetzen und Bodo Ramelow zu dämonisieren, sei von Anfang an demokratiepolitisch fatal gewesen, äußerte Hoff gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).
Thüringens Linke-Chef Christian Schaft schloss ein Tolerierungsmodell grundsätzlich nicht aus. Eine Voraussetzung dafür sei jedoch, dass die CDU ihren Parteitagsbeschluss überdenke, der jegliche Zusammenarbeit mit der Linken ausschließt. Schaft erklärte, dass er und seine Partei für Tolerierungsverhandlungen offen seien, falls solche notwendig werden sollten.