10. Juli, 2026

Politik

Biden unter Druck: Corona-Infektion und Rückzugsforderungen aus den eigenen Reihen

Biden unter Druck: Corona-Infektion und Rückzugsforderungen aus den eigenen Reihen

US-Präsident Joe Biden steht derzeit vor einer doppelten Herausforderung: gesundheitlichen Problemen und dem zunehmenden Druck aus seiner eigenen Partei, sich aus dem Rennen um eine zweite Amtszeit zurückzuziehen. Am Mittwoch musste Biden seine Wahlkampftour in Nevada abrupt beenden, nachdem ein Corona-Schnelltest positiv ausgefallen war. Daraufhin zog sich der 81-Jährige mit leichten Symptomen in sein Privathaus in Rehoboth, Delaware, zurück.

Die Debatte um Biden's mögliche erneute Kandidatur war nach dem Attentat auf den republikanischen Ex-Präsidenten Donald Trump kurzzeitig verstummt, flammt nun jedoch erneut auf. Prominente Demokraten wie Adam Schiff, der eine Kandidatur für den Senat anstrebt, forderten öffentlich, dass Biden seiner Partei den Weg für einen anderen Kandidaten freimachen solle. Schiff äußerte Bedenken, ob Biden den republikanischen Herausforderer im November schlagen könne, und wies darauf hin, dass viel auf dem Spiel stehe.

Auch die Top-Demokraten im US-Kongress, Hakeem Jeffries und Chuck Schumer, sollen Biden laut Medienberichten in Gesprächen davor gewarnt haben, weiter auf eine Kandidatur zu bestehen. Ihrer Ansicht nach könnte Bidens Beharren darauf den Demokraten die Kontrolle über beide Kammern des Kongresses und möglicherweise das Weiße Haus kosten.

Biden hingegen hält an seiner Kandidatur für die Präsidentschaftswahl fest und widersetzte sich bislang allen Rückzugsforderungen. Seine Partei ist jedoch tief gespalten: Während einige wenige seine Entscheidung unterstützen, äußern viele Bedenken aufgrund seines Alters und seiner gesundheitlichen Verfassung.

Biden, der bei einem Besuch in Las Vegas vor allem vor der hispanischen Bevölkerung um Unterstützung warb, hatte seine geplante Teilnahme an einer Konferenz einer bedeutenden Bürgerrechtsorganisation absagen müssen. Kurz nach einem persönlichen Gespräch mit der Präsidentin der Organisation UnidosUS, Janet Murguía, bestätigte das Weiße Haus seine Corona-Infektion. Ein PCR-Test zur Bestätigung des Ergebnisses steht noch aus, jedoch zeigte Biden leichte Atemwegsbeschwerden und begann die Behandlung mit dem Covid-19-Medikament Paxlovid.

Bereits vor zwei Jahren war Biden positiv auf das Virus getestet und ebenfalls mit Paxlovid behandelt worden. Der damalige milde Verlauf brachte allerdings einen sogenannten "Rückfall" mit sich, ein eher seltenes Phänomen bei Paxlovid-Patienten.

Das alles spielt sich vor dem Hintergrund der bevorstehenden Wahlen im November ab, bei denen neben dem Präsidentenamt auch viele Sitze im US-Repräsentantenhaus und ein Drittel der Senatssitze auf dem Spiel stehen. Der politisch umkämpfte Bundesstaat Nevada, in dem Biden kürzlich unterwegs war, könnte hierbei eine Schlüsselrolle spielen.