Das politische Klima in den USA heizt sich nach einem Attentat auf Donald Trump erneut auf. Nur wenige Tage nach dem Angriff auf den ehemaligen Präsidenten stehen die Demokraten, insbesondere Joe Biden, vor einer Zerreißprobe. Der 81-jährige Amtsinhaber sieht sich erhöhtem Druck, seine Kandidatur für eine zweite Amtszeit zurückzuziehen, gegenüber. Zudem musste Biden aufgrund einer Covid-19-Infektion seinen Wahlkampf vorübergehend unterbrechen.
Biden zeigt sich jedoch entschlossen und weist Rückzugsforderungen energisch zurück. „Ich habe nicht vor, hinzuschmeißen“, bekräftigte er. Hinter den Kulissen wachsen jedoch die Zweifel. Prominente Parteienvertreter wie Adam Schiff und hochrangige Politiker wie Hakeem Jeffries und Chuck Schumer warnen davor, dass Biden gegen Trump bei der Wahl im November chancenlos sei.
Auch Bidens enge Vertraute, Nancy Pelosi, soll Bedenken geäußert haben, wenngleich sie sich öffentlich noch nicht eindeutig positioniert hat. Die „New York Times“ berichtet, dass Biden sich die Argumente der Kritiker zumindest anhört, was auf eine gewisse Offenheit für die Diskussion schließen lässt.
Inmitten dieser Unstimmigkeiten zog sich Biden nach einem positiven Coronatest in sein Privathaus in Delaware zurück. Mit leichten Symptomen hat er die erste Dosis des Covid-Medikaments Paxlovid erhalten. Bidens Isolation und die damit verbundenen ausgefallenen Wahlkampfauftritte verstärken die Unsicherheit in seiner Partei.
Während die Demokraten über ihre Vorgehensweise grübeln, herrscht bei den Republikanern eitel Sonnenschein. Auf ihrem Parteitag in Milwaukee demonstrieren sie Geschlossenheit und Zuversicht. Donald Trump wurde offiziell zum Präsidentschaftskandidaten gekürt, begleitet von großer Euphorie. Sein Vizekandidat J.D. Vance stellte Trump in einer Rede als Mann der Mäßigung und rief zur Einheit auf.
Die Republikaner zeigen sich optimistisch und geeint, was ihnen im November möglicherweise zugutekommen könnte. Die drohende Gefahr, dass die Demokraten die Kontrolle über beide Kammern des Kongresses und das Weiße Haus verlieren könnten, ist für viele topaktuelle Sorge.