Die Übernahme von US Steel durch Nippon Steel wird von Präsident Joe Biden blockiert, nachdem seine Administration festgestellt hat, dass das $14,9 Milliarden schwere Geschäft ein nicht zu entschärfendes nationales Sicherheitsrisiko darstellt. Die Entscheidung basiert auf den Empfehlungen des Committee on Foreign Investment in the US (Cfius), das kürzlich Bedenken über die nationale Sicherheit äußerte.
Politisch relevant ist dieser Schritt besonders in Pennsylvania, einem Schlüsselstaat bei den anstehenden US-Wahlen. Vizepräsidentin Kamala Harris, die um die Stimmen der Arbeiterklasse buhlt, reflektierte in einer Rede die Ansicht Bidens, dass US Steel in amerikanischem Besitz und Betrieb bleiben sollte. Parallel dazu bereitet sich Harris auf eine Präsidentschaftsdebatte mit Donald Trump in Philadelphia vor, der ebenfalls gegen die Übernahme durch Nippon Steel ist.
US Steel warnte bereits vor dem Verlust von Tausenden Arbeitsplätzen in Pennsylvania, sollte der Deal scheitern. Dies löste weitere Bedenken hinsichtlich der Standorterhaltung des Unternehmenssitzes in Pittsburgh aus. Trotz des öffentlichen Schweigens des Finanzministeriums und des Weißen Hauses signalisiert ein Beamter, dass die finalen Empfehlungen der Cfius noch ausstehen.
Die Blockade des Deals wird von vielen als politischer Schachzug in einem Wahljahr wahrgenommen. Kritiker, wie Nancy McLernon von der Global Business Alliance, bezeichnen das Vorgehen als kurzsichtig und sehen die Arbeiter in Pennsylvania und landesweit als Leidtragende dieser Entscheidung. Sowohl demokratische als auch republikanische Gesetzgeber in Pennsylvania und Ohio, wo US Steel ebenfalls tätig ist, lehnen die Transaktion ab. Sherrod Brown, der Demokrat aus Ohio, kämpft ebenfalls um seine Wiederwahl und steht in Opposition zur Übernahme.
Trotz der Zustimmung der US Steel-Aktionäre und neben der Cfius-Überprüfung führt das US-Justizministerium eine kartellrechtliche Untersuchung durch, welche die Auswirkungen der Übernahme auf die US-Industrie prüft.