Angesichts rückläufiger Geburtenzahlen hat Chinas Führung zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um Frauen zu mehr Kindern zu ermutigen. Dabei bleibt eine Option jedoch weiterhin ausschließlich verheirateten Frauen vorbehalten: das Einfrieren von Eizellen.
Ein Gericht in Beijing hat in dieser Woche entschieden, dass nur verheiratete Frauen Zugriff auf diese medizinische Maßnahme haben dürfen. Menschenrechtsaktivisten kritisieren die Regelung als ungerecht, da sie unverheirateten Frauen die Möglichkeit verweigert, die Geburt zu verschieben, ohne auf natürliche Kinderlosigkeit angewiesen zu sein.
Im Zentrum der Entscheidung steht die Klage von Teresa Xu, die gegen ein Geburtenkrankenhaus vorgegangen war, nachdem ein Arzt ihr den Zugang zu den Eizellen-Einfrierdiensten verweigert hatte. Der Arzt hatte ihr geraten, schnell zu heiraten und Kinder zu bekommen.
Am Mittwoch gab Ms. Xu bekannt, dass das Zwischenvolksgericht Chaoyang in Beijing ihre Klage abgewiesen habe. Damit seien ihre rechtlichen Möglichkeiten in einem sechsjährigen Kampf für reproduktive Rechte erschöpft. Das Gericht argumentierte, dass ihre Rechte nicht verletzt worden seien.
In einem Livestream-Video betonte Ms. Xu, 36, freiberufliche Schriftstellerin aus Guangzhou, dass sie von der Entscheidung des Gerichts nicht überrascht sei. 'Ich war mental darauf vorbereitet', sagte sie in dem Video, das später auf ihrem Social-Media-Konto veröffentlicht wurde. 'Das Ergebnis war nicht allzu unerwartet.'
In China übt die regierende Kommunistische Partei weiterhin großen Einfluss darauf aus, wer wie viele Kinder bekommen darf. Viele Jahre war Familien nur ein Kind erlaubt. Da die Geburtenzahlen drastisch zurückgingen und das Wirtschaftswachstum bedrohten, lockerten die Behörden die Ein-Kind-Politik zunächst auf zwei und schließlich auf drei Kinder.