05. Juli, 2026

Politik

Aufstieg der politischen Extreme: Görlitz vor richtungsweisender Wahl

Aufstieg der politischen Extreme: Görlitz vor richtungsweisender Wahl

Ein düsteres Kapitel der deutschen Politik könnte sich am kommenden Sonntag in den östlichen Bundesländern Sachsen und Thüringen öffnen. Die Wählerstimmen in Görlitz, im äußersten Osten Sachsens, stehen im Fokus, da die Alternative für Deutschland (AfD) sich von einer politischen Randerscheinung zur Hauptströmung hinbewegt hat.

Görlitz, unmittelbar an der polnischen Grenze gelegen, ist emblematisch für diesen Wandel. Bei den Europawahlen im Juni erzielte die AfD hier über 40 Prozent der Stimmen - ein Rekordwert im Vergleich zu anderen deutschen Bezirken. Trotz der Einstufung von Teilen der AfD als extremistisch durch den Verfassungsschutz, ist die Partei hier seit einem Jahrzehnt in der Staatsregierung vertreten. Die Wahl am Sonntag könnte die erste landesweite Wahl nach dem Zweiten Weltkrieg sein, bei der eine rechtsextreme Partei die Mehrheit gewinnt.

Das frühere industrielle Herzstück der DDR, bekannt für seine großen Tagebau-Gebiete, hat seit der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 erheblich an wirtschaftlicher Bedeutung verloren. Viele Minen schlossen, Arbeitsplätze gingen verloren und die Region fiel auf einen der letzten Plätze in Deutschland, was die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit betrifft.

Obwohl Görlitz weniger Einwanderer als andere Regionen Deutschlands aufweist, ist die Unzufriedenheit mit dem hohen Mitteleinsatz für Asylbewerber, Migranten und die militärische Unterstützung der Ukraine spürbar. Diese Unzufriedenheit könnte die anstehende Wahl ertragreich für politische Extreme machen.