14. Oktober, 2026

Quartalszahlen

Tesco hebt das Gewinnziel an und kauft mehr eigene Aktien zurück

Der größte britische Lebensmittelhändler wird für das Gesamtjahr zuversichtlicher, obwohl der Nahost-Krieg und höhere Energiepreise das Wachstum bremsen. Die Aktie springt zeitweise um fast vier Prozent.

Tesco hebt das Gewinnziel an und kauft mehr eigene Aktien zurück
Tesco erwartet für 2026/27 ein operatives Ergebnis von 3,7 bis 3,9 Milliarden Euro und kauft mehr eigene Aktien zurück.

Prognose angehoben, Rückkauf aufgestockt

Tesco hat am Donnerstag mit den Halbjahreszahlen sein Gewinnziel für das Geschäftsjahr 2026/27 erhöht. Das Unternehmen erwartet jetzt ein operatives Ergebnis von umgerechnet 3,7 bis 3,9 Milliarden Euro. In der ersten Jahreshälfte hat die Kette bereits 2,1 Milliarden Euro verdient. Zuvor hatte Tesco für das bereinigte operative Ergebnis eine Spanne von 3,0 bis 3,3 Milliarden Pfund genannt. Die Umrechnung der neuen Zahlen legt nahe, dass vor allem die Untergrenze angehoben wurde. Das lässt sich aus der Euro-Angabe allein nicht sicher sagen.

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Zugleich stockt Tesco das laufende Aktienrückkaufprogramm um 236 Millionen Euro auf 1,12 Milliarden Euro auf. Bisher lief ein Programm über 750 Millionen Pfund. Für Aktionäre ist das neben der Dividende der zweite Weg, am Erfolg beteiligt zu werden.

Börse reagiert deutlich

Die Aktie legte in London um bis zu 3,8 Prozent zu und steuerte auf den größten Tagesgewinn seit rund sechs Monaten zu. Dass der Markt so reagiert, liegt auch an der Vorgeschichte. Das erste Quartal im Juni war nach Einschätzung von Beobachtern etwas schwächer ausgefallen, als Tesco selbst es von sich erwartet. Viele Analysten hatten deshalb damit gerechnet, dass die Prognose unverändert bleibt. Auf zwölf Monate gesehen stand die Aktie vor den Zahlen rund zehn Prozent im Plus, die Dividendenrendite lag bei etwa 3,1 Prozent.

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Das Wachstum bleibt moderat

Der flächenbereinigte Umsatz stieg im ersten Halbjahr um 1,5 Prozent auf umgerechnet 39,85 Milliarden Euro. Im ersten Quartal hatte das Plus noch bei 1,8 Prozent gelegen, das zweite Quartal war demnach etwas langsamer. Ein Beschleuniger ist das nicht.

Tesco räumt die Belastungen offen ein. Das Verbrauchervertrauen sei zwar relativ stabil, geopolitische Spannungen sorgten aber weiter für Unsicherheit. Der Nahost-Krieg und die gestiegenen Energiepreise hätten das Wachstum gebremst. Für die Gewinnprognose heißt das: Sie stützt sich weniger auf mehr Umsatz als auf Marktanteil, Effizienz und Kostendisziplin. Tesco hat in den vergangenen Jahren zudem ein umfangreiches Sparprogramm gefahren, im vergangenen Jahr rund 535 Millionen Pfund, für die kommende Periode sind weitere 500 Millionen Pfund geplant.

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Einordnung für Anleger

Tesco bleibt ein Branchenprimus, dessen Stärke auf Größe und Einkaufsmacht beruht. Das erlaubt dem Konzern, bei Preisen mit den Discountern mitzuhalten und trotzdem die Marge zu schützen. Die Prognoseerhöhung bei nur 1,5 Prozent Umsatzplus zeigt, dass diese Rechnung aufgeht.

Wichtig ist, was die Zahlen nicht zeigen. Die Umsatzdynamik ist schwach, und wenn Energiepreise und Geopolitik die Kunden stärker belasten, bleibt wenig Spielraum. Wer investiert ist, bekommt über Rückkäufe und Dividende eine verlässliche Rückführung, aber keine Wachstumsstory. Entscheidend wird sein, ob Tesco im zweiten Halbjahr den Umsatz wieder beschleunigen kann, ohne bei den Preisen nachzugeben.