Die Berliner Polizei vermutet, dass der Kabelbrand bei der Deutschen Bahn auf einen gezielten politischen Anschlag zurückzuführen ist. Nach aktuellem Kenntnisstand nimmt die Polizei eine entsprechende Motivation an, wie ein Sprecher offiziell bestätigte. Der Staatsschutz ermittelt derzeit in diesem Fall weiter. Aufgrund des Brandanschlages kommt es weiterhin zu Einschränkungen im Fern-, Regional- und S-Bahnverkehr der Hauptstadt.
Ein auf einer linken Internetplattform hochgeladenes Bekennerschreiben spielt bei den Ermittlungen eine bedeutende Rolle. Die Berliner Ermittler sind der Überzeugung, dass dieses aus der linken Szene stammt. Allerdings wird betont, dass es sich dabei nicht um ein „authentisches Selbstbezichtigungsschreiben“ handele, wie man es von anderen Taten kenne. Das Schreiben wird dennoch weiter geprüft, weil Hinweise auf den Verfasser möglicherweise Rückschlüsse auf die Täter zulassen könnten.
Das Berliner Landeskriminalamt (LKA) arbeitet hierbei eng mit den Polizeibehörden in Hamburg und Bremen zusammen. Auch auf der Bahnstrecke zwischen Bremen und Hamburg kam es in der Vorwoche zu einem mutmaßlichen Brandanschlag, welcher ebenfalls in dem veröffentlichten Schreiben erwähnt wurde. Die Bremer Polizei teilte nach einem Bericht des RBB am Montag mit, dass eine „abschließend eindeutige Bewertung hinsichtlich der Authentizität des Selbstbekenner-Schreibens durch die beteiligten LKA nicht bestätigt werden“ könne. Man gehe jedoch von einem linksextremistischen Hintergrund der Anschläge aus.
Die Berliner Ermittler hoffen, durch gesicherte Spuren am Tatort Hinweise auf die Täter zu erhalten. Es wird untersucht, ob DNA-Spuren oder Fingerabdrücke vorhanden sind. Auch das verwendete Material könnte entscheidende Informationen liefern, um die Täter zu identifizieren.
Der Brand verursachte nach Angaben der Deutschen Bahn erhebliche Störungen im Bahnverkehr. Unter anderem konnten Weichen nicht gestellt werden, betroffen war hauptsächlich der Abschnitt zwischen Berlin-Hauptbahnhof und Spandau. Der Halt in Spandau musste gestrichen werden. Fernverkehrszüge werden über den nördlichen Außenring nach Gesundbrunnen und zum Hauptbahnhof umgeleitet. Die Ringbahn fährt derzeit zwischen Beusselstraße und Westend nur eingleisig im Zehn-Minuten-Takt.
Die Bahn plant, den regulären Betrieb ab Mittwochmorgen wieder aufzunehmen. Aktuell werden die beschädigten Kabel ausgetauscht und getestet.