Die Polizei in Berlin geht von einem politischen Anschlag aus, nachdem ein Kabelbrand bei der Deutschen Bahn erhebliche Einschränkungen verursacht hat. Derzeit ermittelt der Staatsschutz und vermutet eine entsprechende Motivation hinter dem Vorfall. Die Anschläge haben sowohl den Fern-, Regional- als auch den S-Bahnverkehr in Berlin stark beeinträchtigt, was für erhebliche Unannehmlichkeiten im gesamten deutschen Bahnnetz gesorgt hat.
Laut Aussagen der Deutschen Bahn waren über 2.300 Züge betroffen. Diese fielen aufgrund des mutmaßlichen Anschlags aus oder mussten umgeleitet werden. Dies führte zu Verspätungen im Fern- und Güterverkehr, die weite Teile Deutschlands in Mitleidenschaft zogen. Besonders Geschäftsreisende und Unternehmen waren davon betroffen.
Ein wichtiges Element der Ermittlungen ist ein Bekennerschreiben, das auf einer linken Internetplattform veröffentlicht wurde. Dieses Schreiben wird von den Berliner Ermittlern der linken Szene zugeordnet, allerdings zweifeln die Behörden an dessen Authentizität. Das Schreiben wird weiterhin geprüft, um möglicherweise Rückschlüsse auf die Täter zu ziehen.
Das Berliner Landeskriminalamt steht im engen Austausch mit den Polizeibehörden in Hamburg und Bremen, nachdem auch dort in der letzten Woche ein ähnlicher Vorfall auf der Strecke zwischen den beiden Städten stattfand. Ein Bericht des RBB bestätigt, dass die Authentizität des Bekennerschreibens bislang nicht eindeutig geklärt sei, jedoch gehen die Behörden von einem linksextremistischen Hintergrund aus.
Die Ermittler hoffen, durch gesicherte Spuren am Tatort, wie DNA oder Fingerabdrücke, Hinweise auf die Täter zu finden. Des Weiteren wird untersucht, ob das verwendete Material weitere Aufschlüsse liefern kann.
Die Deutsche Bahn berichtet, dass zahlreiche Weichen aufgrund der Schäden nicht gestellt werden konnten, insbesondere auf dem Streckenabschnitt zwischen dem Berliner Hauptbahnhof und Spandau. Fernverkehrszüge werden momentan über den nördlichen Außenring nach Gesundbrunnen und zum Hauptbahnhof umgeleitet. Die Ringbahn verkehrt zwischen Beusselstraße und Westend derzeit nur eingleisig und im Zehn-Minuten-Takt.
Ab Mittwochmorgen sollen die Züge wieder planmäßig fahren. Bis dahin werden beschädigte Kabel ausgetauscht und auf ihre Funktionalität getestet.