Bangladesch befindet sich nach dem Sturz von Premierministerin Sheikh Hasina in einer Phase angespannter Unsicherheit. Nach einem Monat voller Unruhen erwartet das Land nun die Bildung einer neuen Regierung. Die hinduistische Minderheit, die als Unterstützer der gestürzten Premierministerin gilt, rechnet mit gewaltsamen Vergeltungsmaßnahmen. Sheikh Hasina verließ das Land am Montag, nachdem ein gewaltsamer Versuch, den landesweiten Widerstand gegen ihre Regierung zu unterdrücken, gescheitert war. Während tausende Demonstranten den Sturz von Hasina feierten, berichteten Medien und Augenzeugen von Vergeltungsaktionen gegen Mitglieder der Awami League und deren mutmaßliche Unterstützer, darunter zahlreiche Hindus. Parteibüros und Privathäuser wurden von Aufständischen niedergebrannt, Tempel wurden verwüstet. Diese Angriffe schüren Ängste vor weiteren Gewaltakten, insbesondere in einer Phase, in der das Land ohne funktionierende Regierung dasteht und die Polizei vielerorts abwesend ist. Zu den Opfern der zu erwartenden Eskalationen gehören auch fast 300 Menschen, die bei den Gegenmaßnahmen der Regierung ihr Leben verloren haben. Allein am Montag kamen mindestens 60 Personen durch die neuen Gewaltwellen in dem mehrheitlich muslimischen Bangladesch ums Leben. Verlässliche Informationen über die Täter und ihre Opfer sind bislang spärlich. Ein besonders tragischer Fall ereignete sich im südlichen Bagerhat: Prionthi Chatterjee, eine Hindu-Studentin aus der Hauptstadt Dhaka, berichtete, dass ihre Familie von muslimischen Angreifern überfallen wurde. Ihr Vater, ein unschuldiger Lehrer, wurde getötet, ihre Mutter erlitt schwere Kopfverletzungen. Versuche, die Armee oder die Polizei um Hilfe zu rufen, blieben ohne Erfolg. Unabhängige Bestätigungen für die Umstände des Überfalls liegen derzeit nicht vor.
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Politische Unruhen in Bangladesch: Hindus fürchten erneute Eskalation