Die jüngste Eskalation im Nahen Osten hat die internationale Gemeinschaft alarmiert. Israel und der Iran stehen sich mit neuen Drohungen unversöhnlich gegenüber, was weitreichende Auswirkungen befürchten lässt. Die G7-Staaten drängen auf Deeskalation, doch die Fronten scheinen verhärtet. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hielt beratende Gespräche mit Militär- und Geheimdienstchefs über mögliche iranische Vergeltungsschläge. Zwar gibt es noch kein klares Bild über konkret zu erwartende Angriffe, aber andere Quellen spekulieren, dass der Iran bereits am Montag losschlagen könnte. Auslöser der Eskalation waren tödliche Anschläge auf Spitzenkräfte des israelischen Sicherheitsapparats: Ismail Hanija, der Auslandschef der Hamas, wurde in einem Gästehaus in Teheran getötet, während der Hisbollah-Kommandeur Fuad Schukr bei einem Luftangriff in Beirut ums Leben kam. Israel bekannte sich nur zum Angriff auf Schukr, doch Teheran und die Hamas machen Israel für beide Attentate verantwortlich. Der Iran und seine Verbündeten drohen mit massiver Vergeltung, worauf Israel ebenfalls mit schweren Konsequenzen droht. Arabische Diplomaten in Teheran versuchten Medienberichten zufolge, eine maßvolle Reaktion Irans zu erreichen, bekamen jedoch die kalte Schulter gezeigt. Irans Präsident Massud Peseschkian bekräftigte gegenüber dem jordanischen Außenminister Aiman al-Safadi, dass die Angriffe nicht unbeantwortet bleiben würden. Gleichzeitig riefen die G7-Außenminister in einer Videokonferenz zur Mäßigung auf, um eine weitere Eskalation zu vermeiden. Wann der Iran zurückschlagen könnte, ist weiterhin unklar. Informationen des Portals „Axios“ zufolge könnte ein Angriff bereits ab Montag erfolgen. US-Außenminister Antony Blinken sprach in einer G7-Schalte von einem Zeitfenster von 24 bis 48 Stunden. Israel kann auf Unterstützung der USA und anderer Verbündeter zählen, um sich gegen mögliche iranische Angriffe zu verteidigen. US-Verteidigungsminister Lloyd Austin telefonierte mit seinem israelischen Kollegen Joav Galant und versicherte ihm „eiserne Unterstützung“. Auch über mögliche Truppenverlegungen wurde gesprochen. Israels Armeesprecher Daniel Hagari rief die Zivilbevölkerung zur Wachsamkeit auf. In der Nacht zu Montag meldete das israelische Militär einen nächtlichen Angriff aus dem Libanon, der aber keinen größeren Angriff darstellte. Premierminister Netanjahu betonte in einer Rede, dass Israel bereit sei, jedem Feind entgegenzutreten und dass Angreifer einen hohen Preis zahlen würden. Die jüngste Eskalation ist eine Folge des fast zehnmonatigen Krieges Israels gegen die Hamas im Gazastreifen. Dieser Konflikt hat zahlreiche zivile Opfer gefordert und die Infrastruktur stark beschädigt. Trotz weltweiter Kritik gibt es keinen Fortschritt in den Verhandlungen über eine Waffenruhe. Indirekte Gespräche mit der Hamas drehen sich im Kreis, und Netanjahu wird vorgeworfen, durch neue Forderungen eine Einigung zu verhindern.
Politik
Nahost-Krise: G7 rufen zu Deeskalation auf – Eskalation droht aufgrund iranischer Vergeltungsdrohungen