07. Juli, 2026

Politik

Musk provoziert mit Kommentar zur Lage in Großbritannien

Musk provoziert mit Kommentar zur Lage in Großbritannien

Die jüngsten Aussagen von Elon Musk, die auf seiner Plattform X bezüglich rechtsradikaler und antimuslimischer Ausschreitungen in Großbritannien veröffentlicht wurden, haben für erhebliches Aufsehen gesorgt. Der Milliardär bezeichnete einen Bürgerkrieg als unvermeidlich, was bei britischen Regierungsvertretern auf großes Unverständnis stieß. Justiz-Staatssekretärin Heidi Alexander kritisierte den Kommentar entschieden und belegte ihre Aussage mit Verweisen auf schwer verletzte Polizisten und brennende Gebäude. Auch Premierminister Keir Starmer zeigte keine Toleranz gegenüber solchen Äußerungen. Sein Sprecher bekräftigte, dass es keine Rechtfertigung für derartige Kommentare gebe. Während Musk früher ein harmonischeres Verhältnis zu Starmers konservativem Vorgänger Rishi Sunak pflegte und mit ihm über die Risiken Künstlicher Intelligenz diskutierte, scheint die neue Regierung unter Premierminister Starmer wenig Sympathie für Musks Aussagen zu haben. Technologieminister Peter Kyle traf sich unlängst mit Vertretern großer Online-Plattformen wie Tiktok, Meta, Google und X, um die Verantwortung der Betreiber im Umgang mit Fehlinformationen und Hetze zu betonen. Kyle mahnte, dass eine große Menge an Inhalten schneller bearbeitet werden müsse, um die Verbreitung von Hetze zu verhindern. Jedoch bleibt der X-Chef hartnäckig. Unter einem Videoclip von Premierminister Starmer, der Gewalttaten gegen muslimische Gemeinschaften verurteilte, kommentierte Musk: "Sollten Sie nicht besorgt sein über Angriffe auf *alle* Gemeinschaften?" Zudem äußerte Musk scharfe Kritik an der Festnahme eines Mannes wegen beleidigender Kommentare auf Facebook und stellte die Frage in den Raum, ob Großbritannien sich in eine Sowjetunion verwandele. Experten und Medien sind sich einig, dass solche Social-Media-Einträge die seit Tagen andauernden Unruhen weiter anheizen. Falschnachrichten, wie die Behauptung, dass der Attentäter von Southport ein muslimischer Migrant sei, finden rasch Verbreitung. Tatsächlich ist ein 17-jähriger Jugendlicher in Untersuchungshaft, der in Großbritannien als Sohn von Ruandern geboren wurde. Vorwürfe an Musk beinhalten auch die Aufhebung von Sperren für rechte Extremisten wie Tommy Robinson, den Gründer der English Defence League. Robinson verbreitet seit seiner Rückkehr aus dem Urlaub Hetze und Aufrufe zu Protesten. Gewalttätige Ausschreitungen in Städten wie Plymouth und Belfast haben in den letzten Tagen zugenommen. Mehr als 400 Menschen wurden festgenommen und etwa 100 Personen sind bereits angeklagt. In Nordirland sah sich die Polizei gezwungen, Gummigeschosse einzusetzen, als sie mit Brandsätzen und Ziegelsteinen angegriffen wurde. Ein Mann erlitt schwere Verletzungen und wird als Opfer eines Hassverbrechens eingestuft.