07. Juli, 2026

Politik

Geopolitische Spannungen: Hisbollah-Anführer kündigt Vergeltung gegen Israel an

Geopolitische Spannungen: Hisbollah-Anführer kündigt Vergeltung gegen Israel an

In einer markanten Videobotschaft hat Hassan Nasrallah, der Chef der schiitischen Miliz Hisbollah, das Ausmaß der geplanten Vergeltung gegen Israel verdeutlicht. Vor tausenden Anhängern in Beirut machte er klar, dass das derzeitige Zögern ein strategisches Mittel sei, um Israel in Ungewissheit und Furcht zu lassen. „Das israelische Warten ist Teil der Vergeltung und Teil des Kampfes,“ erklärte Nasrallah entschlossen. Er versicherte seinen Anhängern, dass keine Instanz die Hisbollah von ihrer angekündigten Reaktion abhalten könne, ungeachtet der möglichen Konsequenzen.

Nasrallah bestätigte zudem, dass die erwartete Reaktion nach den Tötungen eines ranghohen Hisbollah-Kommandeurs sowie des Hamas-Auslandschefs stark und effektiv ausfallen werde. Eine Zusammenarbeit mit anderen Gruppen der „Achse des Widerstands“ sei möglich, doch auch ein eigenständiger Schlag sei denkbar. Zu dieser Gruppierung zählen unter anderem der Iran und Verbündete wie Milizen im Irak, in Syrien und die islamistische Hamas im Gazastreifen.

Der Hisbollah-Anführer bekräftigte, dass der Tod des Hamas-Auslandschefs Ismail Hanija in Teheran den Iran zu einem Gegenschlag verpflichte. "Das Ziel des Kampfes besteht darin, den Sieg Israels zu verhindern," so Nasrallah, der die Solidarität der Hisbollah mit der Hamas im Gazastreifen betonte.

Im Zuge der jüngsten Entwicklungen hat die Hisbollah ihre militärischen Kapazitäten erheblich ausgeweitet. Mit einem Arsenal von etwa 150.000 Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern ist sie im Vergleich zum letzten offenen Krieg mit Israel 2006 nun deutlich schlagkräftiger aufgestellt. Dies könnte im Falle eines Angriffs verheerende Folgen für Israel haben.

Bereits nach der Ermordung des Hisbollah-Kommandeurs Fuad Schukr in Beirut vergangene Woche hatte Nasrallah mit Vergeltung gedroht. Die Spannungen haben seit Beginn des Gaza-Kriegs im Oktober zu täglichen Feuergefechten zwischen der Hisbollah und Israel geführt, bei denen mehr als 120 Zivilisten, hauptsächlich auf libanesischer Seite, und über 350 Hisbollah-Mitglieder sowie israelische Soldaten getötet wurden.