07. Juli, 2026

Politik

Eskalation im Nahen Osten: Außenministerin Baerbock ruft Deutsche zur Ausreise auf

Eskalation im Nahen Osten: Außenministerin Baerbock ruft Deutsche zur Ausreise auf

Nach den jüngsten Attentaten und Drohungen im Nahen Osten sieht Außenministerin Annalena Baerbock weiterhin Möglichkeiten, eine weitere Zuspitzung der Lage zu verhindern. Zugleich mahnt sie, dass Deutsche in der Region gefährliche Gebiete schnellstmöglich verlassen sollten.

Die Grünen-Politikerin äußerte sich dazu auf der Plattform X: 'Noch gibt es die Möglichkeit, das Ruder herumzureißen. Eskalation ist kein Automatismus.' Laut Baerbock hat der Krisenstab der Bundesregierung erneut im Auswärtigen Amt getagt. Sie betonte weiter: 'Alle Deutschen in der Region fordere ich auf, unsere Reisewarnungen ernst zu nehmen.'

Aktuell gilt für den Libanon eine Reisewarnung, verbunden mit einer dringlichen Aufforderung zur Ausreise. Das Auswärtige Amt hebt hervor, dass die Lage heute anders sei als bei der Evakuierung im Jahr 2006. Damals reisten viele deutsche Staatsbürger über Syrien aus – ein Weg, der heute wegen der Situation in Syrien nicht mehr zur Verfügung steht.

'Eine Evakuierungsoperation ist keine Pauschalreise und trotz aller Sicherheitsmaßnahmen mit Gefahren und Unsicherheiten verbunden', so das Auswärtige Amt. Niemand solle sich darauf verlassen, dass eine Evakuierung problemlos möglich sei. Vielmehr sollten die aktuell noch verfügbaren Ausreisemöglichkeiten dringend genutzt werden.

Baerbock rief weiter: 'Niemandem ist geholfen, wenn mehr Menschen ihr Zuhause verlassen müssen & mehr Kinder ihre Eltern verlieren.' Ein weiterer Krieg würde auf allen Seiten nur neues Leid bringen. Sie betonte, dass die Chance auf einen humanitären Waffenstillstand, die Freilassung der Geiseln und die Linderung des Leids in Gaza nicht verspielt werden dürfe. Darauf müssten sich alle Bemühungen konzentrieren.

Die neue Krise wurde durch zwei tödliche Angriffe in der vergangenen Woche ausgelöst, die sich gegen führende Mitglieder der Hamas und der Hisbollah richteten. In der Nacht zu Mittwoch kam es zu einer Explosion in einem Gästehaus der iranischen Regierung in Teheran, bei der der Auslandschef der Hamas, Ismail Hanija, getötet wurde. Wenige Stunden zuvor wurde der ranghohe Hisbollah-Kommandeur Fuad Schukr bei einem Luftangriff in Beirut getötet. Israel bekannte sich zu dem Angriff auf Schukr, während es zu dem Anschlag auf Hanija bislang keine offiziellen Äußerungen von israelischer Seite gibt. Der Iran und die Hamas machten Israel für beide Angriffe verantwortlich und kündigten Vergeltung an.