Die russische Region Kursk steht nach massiven Angriffen ukrainischer Streitkräfte unter erheblichem Druck. Mindestens drei Menschen verloren ihr Leben, 28 weitere wurden verletzt, darunter sechs Kinder, wie russische Medien unter Berufung auf Behörden und medizinische Quellen berichteten. Während offizielle Stellen in Moskau nur spärliche Informationen zur aktuellen Lage herausgeben, sprechen russische Militärblogger von einem umfassenden Angriff ukrainischer Einheiten. Diese hätten Berichten zufolge russische Soldaten gefangen genommen und sich in einigen Dörfern in der Region Kursk festgesetzt.
Das russische Verteidigungsministerium meldete lediglich abgewehrte Drohnenangriffe. Bereits am Dienstagabend verkündete das Ministerium, einen Durchbruch ukrainischer Panzer und gepanzerter Fahrzeuge vereitelt zu haben. Die Angreifer seien mit Artillerie, Flugzeugen und Drohnen zurückgeschlagen worden und hätten sich auf ukrainisches Staatsgebiet zurückgezogen. Im Gegensatz dazu beschrieb der geschäftsführende Gouverneur Alexej Smirnow die Situation als angespannt und warnte vor neuen Raketenangriffen.
Smirnow rief die Bevölkerung zur Vorsicht auf und bat in sozialen Medien um Blutspenden angesichts der vielen Verletzten. Nach Informationen mehrerer Militärblogger bewegen sich ukrainische Truppen in Richtung der Stadt Sudscha, wobei Forderungen nach Evakuierungsmaßnahmen laut geworden sind. Der bekannte Militärblogger Alexander Sladkow erklärte, dass die Ukrainer rund zehn Kilometer in russisches Gebiet vorgedrungen seien. Verschiedene Quellen schätzen die Stärke der ukrainischen Einheiten auf zwischen 900 und 2.000 Mann.
Militäranalysten sehen die russischen Truppen in dieser Grenzregion als unterbesetzt an, was den ukrainischen Kräften ein leichtes Eindringen ermöglicht habe. Ähnliche Vorfälle gab es bereits in der Region Belgorod, wo sich russische Freiwilligenbataillone, die aufseiten der Ukraine kämpfen, zu solchen Aktionen bekannten. Experten vermuten, dass die Ukraine mit diesen Angriffen die russischen Truppen von ihren Operationen im Krieg gegen die Ukraine ablenken will.