08. Juli, 2026

Politik

Erleichterter Zugang für ukrainische Ärzte: Bundesregierung plant rechtliche Anpassungen

Erleichterter Zugang für ukrainische Ärzte: Bundesregierung plant rechtliche Anpassungen

Die Bundesregierung plant, ukrainischen Medizinerinnen und Medizinern den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt zu erleichtern. Das Bundesgesundheitsministerium prüft derzeit eine Änderung der Approbationsordnung, um die Fortsetzung von nicht abgeschlossenen medizinischen Ausbildungen aus der Ukraine in Deutschland zu ermöglichen.

Für diejenigen mit abgeschlossener Ausbildung sei keine Bundesrechtsänderung erforderlich, wie das Ministerium betonte. Diese Klarstellung erfolgt als Reaktion auf Forderungen der Länder und einen Bericht der 'Welt am Sonntag', laut dem seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine über 1.400 geflohene ukrainische Ärzte auf ihre Zulassung in Deutschland warten.

Darüber hinaus ergab eine Umfrage der 'Welt am Sonntag', dass seit Februar 2022 mindestens 1.674 ukrainische Mediziner einen Antrag auf Approbation in Deutschland gestellt haben. Bislang seien jedoch nur 187 Anträge genehmigt worden, während 1.402 noch in Bearbeitung sind. Die Daten beruhen auf Rückmeldungen aus 14 Bundesländern; Bremen und Hessen konnten lediglich unvollständige Informationen liefern.

Die Verzögerungen bei der Bearbeitung der Anträge betreffen nicht nur Ukrainer: Für Mediziner aus Nicht-EU-Ländern dauere es typischerweise zwischen 15 Monaten und drei Jahren, bis eine Approbation erteilt werde. Susanne Johna, Vorsitzende der Medizinervereinigung Marburger Bund, wies darauf hin, dass viele Ärzte aus Drittstaaten aufgrund bürokratischer Hürden und überlasteter Landesbehörden zunehmend andere europäische Länder bevorzugen.

Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi forderte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach auf, die Anerkennungsverfahren zu digitalisieren und zu standardisieren, um sie zu beschleunigen. Lauterbach entgegnete auf der Plattform X, dass viele Länder sowohl zu wenige einheimische als auch ausländische Ärzte ausbildeten und zuließen. Er betonte, dass das Thema Teil der Gesundheitsreformen im Herbst sei und auch die Anerkennung ausländischer Pflegekräfte umfasse.