Das Ende einer Ära kommt selten freiwillig. Nach 187 Folgen und über sechs Jahren Laufzeit stellt der Mainzer Sender das Format „ZDF Magazin Royale“ zum Jahresende ein. Offiziell spricht die Sendeanstalt von einvernehmlichen Gesprächen über eine inhaltliche Neuausrichtung. Interne Kreise und Medienberichte zeichnen jedoch ein drastischeres Bild.
Die jahrelange Krawall-Ästhetik des Moderators hat beim öffentlich-rechtlichen Sender verbrannte Erde hinterlassen. Vor allem juristische Fehltritte und teure Gerichtsverfahren belasteten das Verhältnis zwischen der Intendanz und der Redaktion massiv. Zuletzt geriet der Sender durch umstrittene Beiträge unter anderem über den ehemaligen BSI-Chef Arne Schönbohm oder einen sächsischen Imker in schwere Bedrängnis. Die Rechnungen für diese handwerklichen Aussetzer zahlte am Ende der Gebührenzahler.

Der Tropfen, der das Fass schließlich zum Überlaufen brachte, kam aus der juristischen Praxis. Der bekannte Staranwalt Christian Schertz wandte sich mit einem scharfen Schreiben direkt an ZDF-Intendant Norbert Himmler. Auslöser war eine April-Sendung, in der die Redaktion einen kleinwüchsigen Schauspieler als grotesken Parodisten eingesetzt hatte. Schertz rügte diesen Auftritt als menschenverachtende Instrumentalisierung körperlicher Merkmale zur reinen Belustigung.
In dem brisanten Brief stellte der Jurist die grundsätzliche Frage, wie eine solche Entgleisung noch mit dem gesetzlichen Programmauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks vereinbar sein soll. Gleichzeitig drohte Schertz offen mit einer formalen Programmbeschwerde und setzte dem Intendanten eine strikte Frist von zwei Wochen. Das Ultimatum lief punktgenau an jenem Freitag ab, an dem das ZDF das plötzliche Aus der Sendung offiziell verkündete.
Intendant Norbert Himmler war offenkundig nicht mehr bereit, den Sender weiter bedingungslos in die Schusslinie manövrieren zu lassen. Der Druck aus Politik, Anwaltskanzleien und von verärgerten Gebührenzahlern wuchs über die Maßen an. Zwar bemüht sich das Mainzer Management in Pressemitteilungen um Schadensbegrenzung und stellt neue Projekte in Aussicht, doch die Zeit des ungezügelten Krawalls auf Kosten der Rundfunkanstalt ist vorerst vorbei. Ob ein allfälliges Nachfolgeformat tatsächlich an alte Provokationen anknüpfen kann, darf bezweifelt werden. Die Verantwortlichen in Mainz haben verstanden, dass der Preis für den Dauerklamauk längst zu hoch geworden ist.

