13. Oktober, 2026

Quartalszahlen

Samsung knackt die 100-Billionen-Won-Marke: Speicherchips treiben den Rekordgewinn

Der südkoreanische Konzern meldet für das dritte Quartal einen vorläufigen operativen Gewinn von 107,4 Billionen Won, fast das Neunfache des Vorjahres. Getragen wird der Rekord fast allein vom KI-Geschäft mit Speicherchips.

Samsung knackt die 100-Billionen-Won-Marke: Speicherchips treiben den Rekordgewinn
Samsung rechnet für das dritte Quartal mit einem operativen Gewinn von 107,4 Billionen Won, fast dem Neunfachen des Vorjahres.

Vorläufige Zahlen übertreffen die Schätzungen beim Gewinn

Samsung Electronics hat am Donnerstag vorläufige Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Der operative Gewinn liegt demnach bei 107,4 Billionen Won, umgerechnet rund 80 Milliarden Dollar. Im Vorjahresquartal waren es 12,17 Billionen Won, ein Plus von gut 780 Prozent. Analysten hatten laut LSEG im Schnitt mit 106,1 Billionen Won gerechnet.

Es ist der vierte Rekord-Quartalsgewinn in Folge für den nach Umsatz weltgrößten Speicherchip-Hersteller. Zugleich überschreitet erstmals ein südkoreanisches Unternehmen die Marke von 100 Billionen Won in einem einzelnen Quartal. Im zweiten Quartal hatte Samsung 89,49 Billionen Won verdient, der Gewinn stieg also um etwa 20 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Beim Umsatz leicht verfehlt

Der Umsatz stieg um 126,6 Prozent auf 195 Billionen Won, nach 86,06 Billionen Won im Vorjahr. Hier lag Samsung unter den Erwartungen: Analysten hatten mit 199,6 Billionen Won gerechnet. Aus Umsatz und Gewinn ergibt sich eine operative Marge von rund 55 Prozent. Das ist ein außergewöhnlicher Wert für einen Konzern, der nebenbei noch Smartphones, Fernseher und Haushaltsgeräte verkauft.

Für die neun Monate summiert sich der operative Gewinn laut koreanischen Medienberichten auf 254 Billionen Won. Das Quartal allein übertrifft damit schon den Gewinn des gesamten Vorjahres von 43,6 Billionen Won. Für 2026 wird ein Gesamtgewinn deutlich über 300 Billionen Won erwartet.

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Die Speichersparte trägt fast alles

Der Konzern nennt in der vorläufigen Mitteilung keine Details nach Sparten. Die Zahlen geben jedoch ein klares Bild. Der KI-Ausbau der großen Technologiekonzerne hat den Bedarf an DRAM, NAND und besonders an HBM in die Höhe getrieben. Die Hersteller können ihre Kapazitäten nicht so schnell ausweiten, wie die Nachfrage wächst, und die Preise steigen entsprechend.

Das Brokerhaus Meritz Securities schätzt, dass die Chipsparte rund 110 Billionen Won verdient hat. Der Speicherbereich käme demnach auf etwa 111,9 Billionen Won, der Chipentwurf und die Auftragsfertigung zusammen auf einen Verlust von 1,9 Billionen Won. Das sind Schätzungen, keine Konzernangaben. Die übrigen Bereiche dürften nach diesen Schätzungen kaum etwas beitragen: Das Smartphone- und Netzwerkgeschäft wird mit einem Verlust von 1,8 Billionen Won gesehen, die Haushaltsgeräte mit 400 Milliarden Won Verlust. Die Displaytochter Samsung Display soll rund eine Billion Won verdient haben.

HBM4 als Hebel für 2027

Bei den Hochleistungsspeichern holt Samsung auf. Nach Reuters-Angaben stieg die ausgelieferte HBM-Menge im dritten Quartal um fast 50 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Lange lag der Konzern hier hinter dem Rivalen SK Hynix. Die Bank KB Securities erwartet, dass HBM4 im nächsten Jahr rund 80 Prozent der HBM-Erlöse von Samsung ausmacht, nach etwa 40 Prozent in diesem Jahr. Die Verkaufspreise für HBM könnten 2027 um mehr als 100 Prozent steigen.

Wichtig für die Einordnung: Die Mitteilung nennt keine Abnehmer für HBM4 und gibt keinen Ausblick auf das vierte Quartal. Wie viel vom Gewinn auf HBM entfällt und wie viel auf klassisches DRAM, zeigt sich erst im Detailbericht.

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Gegenwind: starker Won und Bonuszahlungen

Zwei Faktoren dämpften das Ergebnis. Der Won hat gegenüber dem Dollar aufgewertet, weshalb Analysten ihre Schätzungen zuletzt gesenkt haben. Noch vor einigen Monaten lagen sie bei über 110 Billionen Won. Zudem hat Samsung für die Beschäftigten der Chipsparte nach Schätzungen mindestens zehn Billionen Won an Bonusrückstellungen gebucht. Die Belegschaft hatte sich im Frühjahr deutlich höhere Bonuszahlungen erstritten und profitiert damit vom Erfolg.

Auch die steigenden Speicherpreise haben eine Kehrseite. Sie verteuern die Bauteile für Samsungs eigene Smartphones und Geräte. Das erklärt, warum die Verbrauchersparten schwächeln, während die Chipsparte Rekorde einfährt. Für das zweite Quartal hatten Medien bereits einen ersten operativen Verlust der Sparte für Fernseher und Haushaltsgeräte gemeldet, im dritten soll er sich noch ausgeweitet haben.

Rekordausschüttung an die Aktionäre

Samsung will im laufenden Jahr die Rekordsumme von umgerechnet 73 Milliarden Euro an die Aktionäre ausschütten. Das unterstreicht, wie groß der Spielraum durch die Gewinne ist. Die vollständigen Geschäftszahlen mit der Aufteilung nach Sparten legt das Unternehmen am 29. Oktober vor.

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Einordnung für Anleger

Das Bild ist eindeutig, aber einseitig. Samsung verdient fast sein gesamtes Geld mit Speicherchips, und deren Preise hängen am KI-Investitionszyklus der Cloud-Konzerne. Das erklärt auch die Marge von über 50 Prozent, die in Zeiten knapper Ware möglich ist, aber nicht dauerhaft Standard sein muss. Speicher gilt als zyklisches Geschäft: Wenn die Hersteller ihre Kapazitäten ausbauen, drehen die Preise irgendwann. Danach sieht es im Moment nicht aus, aber ein Rekordgewinn von diesem Ausmaß setzt die Messlatte hoch.

Wer Samsung im Depot hat, sollte am 29. Oktober auf drei Dinge achten: die Aufteilung zwischen HBM und klassischem DRAM, das Verhältnis der Preise zu den Kosten und die Verluste in den Verbrauchersparten.