Der Mann, der die Subprime-Krise vorhersah, sieht neues Unheil
Michael Burry ist kein Unbekannter an den Finanzmärkten. Der Investor, dessen Geschichte in "The Big Short" verfilmt wurde, machte sich einen Namen damit, Marktübertreibungen früh zu erkennen und dagegen zu wetten. Jetzt schlägt er wieder Alarm. Sein Ziel: Aktien, die von der künstlichen Intelligenz profitieren, sowie etablierte Industriegiganten wie Caterpillar. Laut Burry ähneln die Bewegungen in diesen Sektoren verdächtig den Mustern der Dotcom-Blase von 2000 – ein Vergleich, der bei vielen Anlegern Unbehagen auslösen dürfte.

Die aktuelle Marktlage scheint Burry zu bestätigen. Während die Euphorie um KI-Unternehmen ungebrochen ist, zeigen sich erste Risse in der Fassade. Indizes, die Halbleiter und KI-Profiteure abbilden, sind exponentiell gestiegen – teilweise ohne fundamentale Gründe, die diesen Anstieg rechtfertigen würden. Burry hat bereits Positionen aufgebaut, um von einer möglichen Korrektur zu profitieren.
Tesla, Caterpillar und die Halbleiter-Euphorie im Kreuzfeuer
Tesla bleibt ein Favorit für Spekulanten, doch der Elektroautobauer ist längst nicht mehr das unterkapitalisierte Startup von einst. Mit einer Marktkapitalisierung im dreistelligen Milliarden-Dollar-Bereich und Bewertungskennziffern, die selbst für Wachstumsunternehmen fragwürdig wirken, sieht Burry ein klassisches Zeichen von Überbewertung. Der Kurs ist in den letzten zwei Jahren um mehr als 60 Prozent gestiegen, während die Gewinne nicht proportional mitwuchsen.
Caterpillar wiederum profitiert stark von Infrastrukturinvestitionen und dem weltweiten Rohstoffboom. Doch auch hier scheint die Bewertung bereits alle zukünftigen Gewinne eingepreist zu haben. Burry argumentiert, dass solche großvolumigen Industrietitel überbewertet sind, wenn die Markterwartungen bereits perfekte Szenarien einkalkulieren. Die Halbleiter-ETFs, die Chips für KI-Rechenzentren abbilden, sind für Burry das Paradebeispiel einer spekulativen Blase: Unternehmen wie NVIDIA und AMD haben zwar echte Geschäftserfolge, doch die Aktienkurse prämieren bereits fünf bis zehn Jahre optimistischer Wachstumsprognosen.
Dotcom 2.0? Die historischen Parallelen sind beunruhigend
Die Analogie zur Dotcom-Blase ist nicht aus der Luft gegriffen. Damals trieb die Vorstellung von grenzenlosem Internetwachstum Bewertungen auf absurde Höhen. Unternehmen ohne echte Geschäftsmodelle wurden mit Milliarden bewertet. Die Korrektur war entsprechend brutal: Der NASDAQ fiel zwischen 2000 und 2002 um etwa 78 Prozent. Heute ist das Narrativ ein anderes – es heißt Künstliche Intelligenz – doch die Dynamik ähnelt sich beängstigend.
Indizes, die Halbleiter und KI-Technologien abbilden, zeigen ähnliche Kursmuster wie der NASDAQ in der Hochphase von 1999 und 2000. Explodierende Kurse, immer höhere Bewertungen, und ein breiter gesellschaftlicher Konsens, dass "diesmal alles anders" ist. Diese Worte sind bei erfahrenen Investoren gefürchtet. Burry hat in Interviews und auf sozialen Medien bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass die heutige Lage verstörende Ähnlichkeiten mit der letzten großen Spekulationsblase aufweist.
Leerverkäufer positionieren sich für den Crash
Burry ist nicht allein mit seiner Skepsis. Eine wachsende Anzahl von Shortsellern hat in jüngster Zeit Positionen gegen Technologie-Aktien und Halbleiter-ETFs aufgebaut. Diese Strategien zahlen sich aus, wenn der Markt fällt – und das tun sie schnell, wenn der Sentimentswechsel einsetzt. Für Anleger, die long in diesen Sektoren investiert sind, ist das ein Warnsignal.

Die zentrale Frage lautet: Wie lange kann die KI-Euphorie noch Bewertungen rechtfertigen, die fundamental nicht haltbar sind? Burry hat diese Frage für sich bereits beantwortet. Er wettet darauf, dass die Blase platzt – und dass er mit seinen Leerverkäufen erneut richtig liegt. Ob die Märkte ihm 2026 und darüber hinaus recht geben, wird sich zeigen. Prudente Anleger sollten jedoch Burry's Warnung ernst nehmen und ihre KI-Positionen überprüfen.

