16. September, 2026

Unternehmen

Oracle spart weitere 700 Millionen Dollar für Entlassungen, während Ellison Aktien verkauft

Der KI-Cash-Crunch zwingt Oracle zu einer weiteren Ausweitung seines Sparprogramms. Gleichzeitig darf Konzernchef Larry Ellison Aktien im Wert von bis zu 8,75 Milliarden Dollar verkaufen.

Oracle spart weitere 700 Millionen Dollar für Entlassungen, während Ellison Aktien verkauft
Oracle erhöht die Kosten seines Entlassungsprogramms auf 2,8 Milliarden Dollar wegen des teuren KI-Ausbaus.

Oracle weitet seine Entlassungspläne deutlich aus

Oracle hat den Umfang seiner geplanten Stellenstreichungen erhöht, während der Konzern mit einer angespannten Kassenlage kämpft, die auf den Ausbau großer Rechenzentren für KI-Anwendungen zurückgeht. Die Kosten des Sparprogramms, das Oracle als 2026 Restructuring Plan bezeichnet, werden nun auf rund 2,8 Milliarden Dollar geschätzt, größtenteils bestehend aus Abfindungszahlungen an entlassene Mitarbeiter, wie aus einer Mitteilung an die Börsenaufsicht hervorgeht. Bereits 2,1 Milliarden Dollar an Kosten im Zusammenhang mit dem Programm hat Oracle demnach zurückgestellt, die zusätzlichen 700 Millionen Dollar spiegeln nach Unternehmensangaben weitere geplante Maßnahmen wider.

KapitalHorizont
Thoughts, stories and ideas.

Der teure Ausbau der KI-Infrastruktur setzt Oracle finanziell unter Druck

Oracle steht finanziell unter Druck wegen des kostspieligen Ausbaus von KI-Rechenzentren für Kunden wie OpenAI. Bereits Anfang dieses Jahres begann der Konzern damit, Tausende Stellen zu streichen, um Bargeld zu sparen, wie Bloomberg berichtet hatte. Das Magazin Business Insider hatte im vergangenen Monat berichtet, Oracle arbeite bereits an Plänen für eine weitere Entlassungsrunde, ein Bericht, der sich nun mit der aktuellen Aufstockung des Sparprogramms bestätigt.

Bei einer Telefonkonferenz mit Analysten am Donnerstag verwies Finanzchefin Hilary Maxson auf Vereinfachungs- und Effizienzmaßnahmen, die dem Konzern helfen würden, Kosten zu senken und die Margen zu schützen. Zum Ende Mai beschäftigte Oracle rund 49.000 Mitarbeiter in den USA sowie etwa 92.000 international, ein Rückgang von 21.000 Beschäftigten gegenüber dem Vorjahr, ein deutliches Ausmaß des bereits laufenden Personalabbaus.

Frankreich entschuldigt sich: US-Walkout bei UN
Ein scharfer Angriff Frankreichs auf US-Menschenrechtsverletzungen führte zu einem beispiellosen Eklat bei den Vereinten Nationen. Jetzt rudert Paris zurück – mit Folgen für die transatlantische Allianz.

Konzernchef Ellison erhält grünes Licht für Aktienverkäufe in Milliardenhöhe

Parallel zu den verschärften Sparmaßnahmen gab Oracle ein neues Aktienhandelsprogramm für Chairman Larry Ellison bekannt, der rund 40 Prozent der Oracle-Aktien hält. Der bereits am 22. Juni verabschiedete Plan erlaubt Ellison, bis zum 24. Oktober 50 Millionen Aktien zu verkaufen, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Die Aktie schloss am 22. Juni bei 175,07 Dollar, was einem Wert von 8,75 Milliarden Dollar für 50 Millionen Aktien entspräche, seither ist der Kurs jedoch um 16 Prozent gefallen, gemessen am Schlusskurs vom vergangenen Freitag.

Ellisons familiäre Mediengeschäfte werfen zusätzliche Fragen auf

Bemerkenswert an dem Verkaufsprogramm ist der zeitliche und finanzielle Kontext, in dem es steht. Ellison war ein bedeutender finanzieller Unterstützer der im vergangenen Jahr erfolgten Übernahme von Paramount Global durch seinen Sohn David sowie eines 110 Milliarden Dollar schweren Übernahmeangebots von David Ellisons Paramount Skydance Corp. für Warner Bros. Discovery. Ob die nun genehmigten Aktienverkäufe in direktem Zusammenhang mit diesen familiären Medienengagements stehen, geht aus der Mitteilung nicht hervor, der zeitliche Zusammenfall dürfte an den Märkten dennoch für Gesprächsstoff sorgen.

AlleAktien Reddit — Community & Erfahrungen
Echte Erfahrungsberichte, Kritik und Diskussionen zu AlleAktien. Die unabhängige Community-Plattform.

Zwei gegenläufige Signale aus demselben Unternehmen

Für Beobachter ergibt sich damit ein bemerkenswert zwiespältiges Bild, während Oracle auf der operativen Seite Tausende Stellen streicht und die Kosten des eigenen Sparprogramms um weitere 700 Millionen Dollar aufstockt, um die durch den KI-Infrastrukturausbau angespannte Kassenlage zu entlasten, erhält der Konzernchef gleichzeitig die Freigabe, eigene Aktien im Milliardenwert zu veräußern. Für Investoren bleibt am Ende die Frage, wie sich diese beiden gegenläufigen Entwicklungen, verschärfte interne Kostendisziplin einerseits und milliardenschwere Aktienverkäufe des Großaktionärs andererseits, mittelfristig auf das Vertrauen in die finanzielle Stabilität von Oracles ambitioniertem KI-Wachstumskurs auswirken.