21. September, 2026

Krypto

Bitcoin vor dem nächsten Milliardenrausch? Dieser Experte hält 1,3 Millionen Dollar für „relativ einfach“

Bitwise-CIO Matt Hougan hält Bitcoin bis 2035 bei 1,3 Millionen Dollar für erreichbar. Noch in diesem Jahr sieht er die 100.000-Dollar-Marke wieder in Reichweite. Sein eigentlicher Trumpf sind jedoch Billionen institutionellen Kapitals.

Bitcoin vor dem nächsten Milliardenrausch? Dieser Experte hält 1,3 Millionen Dollar für „relativ einfach“
Pensionsfonds, Versicherer und Staatsfonds könnten Bitcoin massiv antreiben. Hougan hält 1,3 Millionen Dollar bis 2035 für erreichbar.

Hougan hält die große Bitcoin-Wette für erstaunlich simpel

1,3 Millionen Dollar für einen Bitcoin? Was nach Krypto-Fantasie klingt, hält Matt Hougan für eine durchaus realistische Perspektive. Der CIO des Vermögensverwalters Bitwise hat sein langfristiges Kursziel für 2035 erneut bekräftigt.

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Im Gespräch mit CoinDesk bezeichnete Hougan die Marke sogar als „relativ einfach“ erreichbar. Seine These basiert dabei nicht auf einem kurzfristigen Hype, sondern auf einer grundlegenden Verschiebung bei der Frage, welche Anlageklassen künftig als Wertaufbewahrung dienen.

Auch kurzfristig bleibt Hougan offensiv. Noch 2026 hält er eine Rückkehr von Bitcoin über 100.000 US-Dollar für realistisch. Damit wäre die Kryptowährung zunächst wieder an einer Marke angekommen, die für die langfristige Prognose eine wichtige psychologische Funktion hätte.

Das eigentliche Problem sieht Hougan bei klassischen Portfolios

Besonders provokant ist Hougans Blick auf traditionelle Vermögensaufteilung. Ein klassisches 60/40-Portfolio aus Aktien und Anleihen sei im Kern vollständig von der Entwicklung der jeweiligen Fiat-Währung abhängig.

Wer überhaupt keinen Bitcoin halte, gehe deshalb inzwischen eine Fehlallokation ein, argumentiert der Bitwise-CIO. Er bringt als Alternative eine 60/35/5-Struktur ins Spiel. Fünf Prozent des Portfolios würden dabei in Bitcoin fließen, während die Anleihequote entsprechend sinkt.

Damit wird aus Bitcoin in Hougans Argumentation kein Spielgeld für Spekulanten. Der Coin soll vielmehr als Absicherung gegen unterschiedliche makroökonomische Entwicklungen dienen.

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Bitcoin und KI sollen gegen zwei völlig verschiedene Risiken schützen

Hougan verbindet Bitcoin zudem mit einem weiteren Wachstumssektor: Künstliche Intelligenz. Die Logik dahinter ist bemerkenswert einfach.

Eine Position soll davon profitieren, wenn die USA ihre hohe Verschuldung durch starkes Wirtschaftswachstum in den Griff bekommen. Die andere soll schützen, falls die Schulden stattdessen durch Inflation an realem Wert verlieren.

Bitcoin wird dabei als Teil einer Strategie verstanden, die auf ein Szenario hoher Inflation vorbereitet ist. KI-Aktien stehen auf der anderen Seite der Wette und sollen von einem kräftigen Produktivitäts- und Wachstumsschub profitieren.

Das Portfolio versucht damit nicht, die Zukunft exakt vorherzusagen. Es setzt vielmehr auf unterschiedliche Gewinner für unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklungen.

Für 1,3 Millionen Dollar braucht Bitcoin vor allem neue Besitzer

Die langfristige Rechnung beginnt bei der weltweiten Nachfrage nach Wertaufbewahrungsmitteln. Nach Hougans Argumentation könnte Bitcoin bis 2035 rund ein Viertel dieses Marktes erobern.

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Heute dominieren in diesem Bereich vor allem Gold und Staatsanleihen. Sollte Bitcoin einen erheblichen Teil dieses Kapitals auf sich ziehen, würde daraus laut Hougans Modell die Zielmarke von 1,3 Millionen US-Dollar entstehen.

Das Entscheidende ist dabei nicht allein die Zahl der privaten Anleger. Hougan erwartet in den kommenden zehn Jahren vor allem einen Zustrom institutionellen Kapitals.

Die nächste Bitcoin-Welle könnte von Billionen Dollar getragen werden

Pensionsfonds, Versicherungen, Stiftungen und Staatsfonds verwalten weltweit nach Hougans Angaben zwischen 100 und 200 Billionen US-Dollar. Selbst eine vergleichsweise kleine Bitcoin-Allokation könnte deshalb erhebliche Kapitalströme auslösen.

Genau hier sieht der Bitwise-CIO einen strukturellen Wandel. Unternehmen wie Strategy, die in großem Stil Bitcoin kaufen, könnten künftig als Nachfragequelle an Bedeutung verlieren. An ihre Stelle könnten große institutionelle Investoren treten.

Der Zugang ist inzwischen einfacher geworden. Spot-Bitcoin-ETFs ermöglichen institutionellen Anlegern eine regulierte Möglichkeit, Bitcoin-Exposure aufzubauen, ohne den Coin selbst verwalten zu müssen.

Für die Bitcoin-Bullen ist das der vielleicht wichtigste Teil der These. Nicht ein neuer Kleinanleger-Hype soll den nächsten großen Schub auslösen. Sondern ein kleiner Prozentsatz aus einem Kapitalpool, der um Größenordnungen größer ist als der bisherige Kryptomarkt.

Die 100.000 Dollar sind jetzt der erste Realitätstest

Noch ist Hougans Langfristprognose eine Wette. Der erste Prüfstein liegt deutlich näher.

Sollte Bitcoin noch 2026 tatsächlich wieder über 100.000 US-Dollar steigen, wäre das aus seiner Sicht ein Signal, dass die längerfristige These intakt bleibt. Von dort bis zu 1,3 Millionen Dollar wäre es allerdings immer noch ein gewaltiger Weg.

Für Anleger steckt darin der entscheidende Unterschied zwischen einer Prognose und einer Gewissheit. Hougans Szenario setzt voraus, dass Bitcoin einen deutlich größeren Anteil am globalen Markt für Wertaufbewahrung erobert und institutionelle Investoren tatsächlich Kapital in nennenswertem Umfang umschichten.

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Sollte dieser Kapitalstrom ausbleiben, müsste auch die Rechnung neu bewertet werden. Kommt er dagegen, könnte aus der heutigen Nische ein Vermögenswert werden, dessen Bewertung von ganz anderen Kapitalströmen bestimmt wird.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob 1,3 Millionen Dollar spektakulär klingen. Das tun sie zweifellos. Spannender ist, was passiert, wenn nur ein Prozent der weltweiten institutionellen Vermögen plötzlich beschließt, Bitcoin nicht länger vollständig zu ignorieren.