28. Februar, 2024

Reichtum

Deutsches Spendenherz zeigt sich trotz Rückgang großzügig

Deutsches Spendenherz zeigt sich trotz Rückgang großzügig

Die Generosität der Bundesbürger erlebte eine leichte Delle, das zeigt die jüngste Studie "Bilanz des Helfens“. Die privaten Spenden in Deutschland haben im Jahre 2023 einen Rückgang erlebt. Im Vergleich zum vorherigen Jahr sank das Spendenaufkommen um etwa 700 Millionen Euro, was einen Rückgang von 12 Prozent bedeutet. Laut Deutschem Spendenrat wurden somit circa 5 Milliarden Euro für wohltätige Zwecke gegeben.

Dieser Rückgang stellt einen Kontrast zu den Rekordzahlen von 2021 dar, als Spenden in Höhe von rund 5,76 Milliarden Euro verzeichnet wurden - beflügelt durch die solidarische Reaktion auf die Flutkatastrophe im Ahrtal. Die aktuellen Zahlen sind jedoch im Gleichklang mit starken Spendenergebnissen aus den Jahren 2017 und 2019. Trotz der bemerkenswerten Hilfsbereitschaft in der Hochzeit der Ahrtalkrise und des Ausbruchs des Ukraine-Konflikts war ein Rückgang auf das "normale" Niveau vorhersehbar, erläutert Martin Wulff, Geschäftsführer des Deutschen Spendenrats.

Die Auswirkungen der Teuerungswelle der letzten zwei Jahre sind spürbar im Spendenverhalten der Deutschen. Viele Bürger müssen zunehmend Ihre Ausgabenkritisch hinterfragen, was dazu führt, dass weniger finanzielle Mittel für wohltätige Zwecke zur Verfügung stehen. Dennoch seien die geleisteten Spenden unter den aktuellen ökonomischen Bedingungen als besonders bemerkenswert hervorzuheben, betont Wulff.

Für 2024 erwartet Wulff, dass das Spendenaufkommen stabil auf dem Niveau von 2023 bleiben wird. Dies stellt gemeinnützige Organisationen vor neue Herausforderungen. Um die Unterstützung der Bevölkerung zu sichern, müssten Hilfsorganisationen fortan verstärkt Transparenz über die Effektivität ihrer Projekte und die genaue Verwendung der Spenden offenlegen.

Der Deutsche Spendenrat, ein Zusammenschluss aus 71 gemeinnützigen Mitgliedsorganisationen, unterstreicht damit die Bedeutung nachvollziehbarer und transparenter Kommunikation in der Spendenlandschaft. Die zugrunde liegende Datenbasis der "Bilanz des Helfens" stammt von GfK, welche ihre Hochrechnungen auf den monatlichen Angaben von 10.000 Befragten stützt. Hierbei außen vor gelassen sind Firmenspenden, Zuwendungen an politische Parteien und individuelle Großspenden von über 2500 Euro.