18. Juni, 2026

Wirtschaft

Wirtschaftsnobelpreis 2023: Wer sind die Top-Anwärter?

Wirtschaftsnobelpreis 2023: Wer sind die Top-Anwärter?

In der globalen Ökonomenszene werden erneut die heißesten Anwärter für den renommierten Wirtschaftsnobelpreis diskutiert. Daron Acemoglu, der an der Massachusetts Institute of Technology (MIT) lehrt, steht hoch im Kurs. Seine Forschungen rücken die Bedeutung von gesellschaftlichen Institutionen für den wirtschaftlichen und demokratischen Wohlstand in den Fokus. Moritz Schularick vom Kiel Institut für Weltwirtschaft sieht in Acemoglu einen würdigen Kandidaten, gerade in Zeiten des technologischen Wandels.

Ebenfalls befürwortet Marcel Fratzscher vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung Acemoglu als Preisträger. Interessant ist Fratzschers Nominierung von Andrei Shleifer aus Harvard. Shleifer ist durch seine Publikationen über Russland bekannt und bietet aus Sicht von Fratzscher, wie auch Acemoglu, wertvolle Erklärungsansätze zur Schwächung westlicher Demokratien in den letzten Jahrzehnten.

Ein weiterer Name auf der Liste ist Janet Currie von der Princeton University. Sie erhält Unterstützung von Clemens Fuest, dem Präsidenten des Ifo-Instituts. Ihre Arbeiten zu den Verknüpfungen von wirtschaftlichen Faktoren, kindlicher Entwicklung und mentaler Gesundheit werden als bahnbrechend angesehen. Currie untersucht insbesondere die sozialen Unterschiede im Zugang zu Gesundheitsdiensten.

Seit den 1960er Jahren von der schwedischen Reichsbank gestiftet, ist der Wirtschaftsnobelpreis eine der höchsten Anerkennungen der Disziplin. Trotz seines nicht-traditionellen Ursprungs in den Nobelstatuten wird er jedes Jahr am 10. Dezember verliehen. Bisher erhielt allein Reinhard Selten aus Deutschland diese Ehre im Jahr 1994 für seine Beiträge zur nichtkooperativen Spieltheorie, was ihn in die Annalen der ökonomischen Geschichte eingehen ließ.