27. August, 2026

Wirtschaft

Wirecard-Skandal: Ehemaliger Chefbuchhalter bricht sein Schweigen

Wirecard-Skandal: Ehemaliger Chefbuchhalter bricht sein Schweigen

Der laufende Wirecard-Prozess erhält mit dem bevorstehenden Auftritt des ehemaligen Chefbuchhalters des Unternehmens eine neue spannende Wendung. Nach eineinhalb Jahren, in denen er geschwiegen hat, wird sich der einstige Top-Buchhalter am Mittwoch erstmals zu den Vorwürfen äußern. Das Landgericht München I hat für seine Aussage zwei volle Tage eingeplant.

Die Strafkammer signalisierte dem Finanzexperten, dass ein umfassendes Geständnis zu einer Strafe von sechs bis acht Jahren Haft führen könnte, allerdings bleibt es fraglich, ob ein derartiges Eingeständnis zu erwarten ist. Der 49-Jährige will laut Verteidigung "seine Sicht" der Ereignisse darlegen, was auf spannende Enthüllungen hoffen lässt.

Seit Dezember 2022 sitzt der ehemalige Chefbuchhalter gemeinsam mit dem früheren Wirecard-Vorstandschef Markus Braun und dem in Dubai ansässigen Manager Oliver Bellenhaus auf der Anklagebank. Die Staatsanwaltschaft wirft den drei Angeklagten vor, eine kriminelle Betrügerbande gebildet zu haben, um mit weiteren Komplizen Scheingeschäfte in Milliardenhöhe zu generieren. Damit sollte der wirtschaftlich schwächelnde und hochverschuldete Dax-Konzern am Leben gehalten werden.

Das Ausmaß des Schadens beläuft sich laut Anklage auf gut drei Milliarden Euro. Während Markus Braun sämtliche Vorwürfe abstreitet, hat Oliver Bellenhaus als Kronzeuge ein weitgehendes Geständnis abgelegt. In dieser Konstellation wird der Aussage des dritten Angeklagten besondere Bedeutung beigemessen.