28. August, 2026

Wirtschaft

Wirecard-Prozess: Schlüsselgeständnis am Horizont?

Wirecard-Prozess: Schlüsselgeständnis am Horizont?

Im Mammutprozess um den Skandal bei Wirecard zeichnet sich nach über eineinhalb Jahren ein bedeutender Wendepunkt ab. Der bis dato schweigsame dritte Angeklagte E. wird am 17. Juli erstmals zu den Anklagevorwürfen Stellung nehmen. Dies teilte der Vorsitzende Richter Markus Födisch während des 134. Verhandlungstags mit.

E., der ehemalige Chefbuchhalter des 2020 spektakulär zusammengebrochenen Unternehmens, hatte bislang lediglich seine Personalien bestätigt und sich ansonsten in Schweigen gehüllt. Nun winkt ihm im Gegenzug für ein umfassendes Geständnis eine Haftstrafe zwischen sechs und acht Jahren, wie die IV. Strafkammer des Münchner Landgerichts unter Födischs Leitung andeutete. Ob E. die Anklagepunkte einräumen oder zurückweisen wird, bleibt jedoch vorerst unklar. Die Verteidigerin Sabine Stetter will hierzu am späteren Vormittag eine Erklärung abgeben.

Die Hauptanklage gegen E., den ehemaligen Vorstandschef Markus Braun und den bis 2020 in Dubai tätigen Manager Oliver Bellenhaus lautet auf gewerbsmäßigen Bandenbetrug. Gemeinsam mit mehreren Komplizen sollen sie Milliardenumsätze erfunden haben, um das defizitäre Unternehmen über Wasser zu halten. Die Münchner Staatsanwaltschaft beziffert den Betrugsschaden in ihrer Anklage auf über drei Milliarden Euro.

Im bisherigen Prozessverlauf steht Aussage gegen Aussage: Braun, der Hauptangeklagte, sitzt seit vier Jahren in Untersuchungshaft und bestreitet sämtliche Vorwürfe energisch. Bellenhaus hingegen hat den Großteil der Anklagevorwürfe gestanden.