28. August, 2026

Wirtschaft

Warnung vor EU-Strafzöllen auf chinesische E-Autos: Auswirkungen auf deutsche Automobilindustrie

Warnung vor EU-Strafzöllen auf chinesische E-Autos: Auswirkungen auf deutsche Automobilindustrie

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) spricht sich vehement gegen die geplanten vorläufigen EU-Strafzölle auf chinesische Elektroautos aus und warnt vor den potenziellen negativen Konsequenzen für die deutsche Wirtschaft. Laut einem Eckpunktepapier, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, würden solche Zölle weder der EU noch Deutschland nützen.

Insbesondere befürchtet der VDA erhebliche Schäden durch mögliche Gegenmaßnahmen aus China. Der chinesische Markt ist der größte Automobilmarkt weltweit und stellte im Jahr 2023 nach den USA und dem Vereinigten Königreich den drittgrößten Exportmarkt für deutsche Fahrzeuge dar.

Besonders betroffen wären Fahrzeuge mit einer Motorgröße von über 2,5 Litern Hubraum, sollten Einfuhrzölle aus Peking verhängt werden. Diese Fahrzeugklasse machte im Jahr 2023 etwa ein Drittel der aus Deutschland nach China exportierten Autos aus. Hohe Steuern, so der VDA, würden auch das Ziel verfehlen, faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen und die heimische Industrie vor unfairen Praktiken zu schützen. Stattdessen könnten sie den Ausbau der Elektromobilität hemmen und damit langfristig das Erreichen der Klimaziele gefährden.

Die EU-Kommission plant, am Donnerstag die Details zu den vorläufigen Zöllen zu veröffentlichen, die dann ab dem 5. Juli durch eine Sicherheitsleistung erhoben werden sollen. Ob die Zölle von bis zu 37,6 Prozent endgültig eingeführt werden, hängt davon ab, ob bis dahin eine politische Lösung mit China gefunden wird. Eine Entscheidung über langfristige Zölle wird spätestens im November erwartet.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck plädierte in Berlin für eine diplomatische Lösung bis November. Deutschland habe kein Interesse an einem Wettlauf um Zölle, der zu einer Fragmentierung der Märkte führen könnte, und auch für China als Exportland sei dies nicht erstrebenswert.

Die Untersuchung der EU-Behörde, die den Strafzöllen zugrunde liegt, kam zu dem Schluss, dass chinesische E-Auto-Produzenten von unfairen Subventionen profitieren, wodurch den Herstellern in der EU Schäden drohen. Dennoch erwartet die deutsche Autoindustrie nicht, dass chinesische E-Autos den europäischen Markt überschwemmen werden. Laut VDA dürfte deren Marktanteil bis 2030 bei etwa fünf bis zehn Prozent liegen, auch aufgrund der starken Markenbindung europäischer Verbraucher.

BMW-Chef Oliver Zipse wies darauf hin, dass Strafzölle das Angebot an E-Autos für europäische Kunden einschränken könnten. Solche Maßnahmen seien ein signifikanter Eingriff in das Prinzip des Freihandels, das auch von der EU gefördert werde.