16. Februar, 2026

Wirtschaft

Wacker Chemie verzeichnet 2023 rückläufigen Umsatz und Gewinn

Wacker Chemie verzeichnet 2023 rückläufigen Umsatz und Gewinn

Das Jahr 2023 war für Wacker Chemie geprägt von einer schwachen Nachfrage und einem Lagerbestandsabbau durch Kunden. Wie der MDax-Konzern am Montag auf Basis vorläufiger Zahlen bekannt gab, fiel der Umsatz im vergangenen Jahr um 22 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro. Dadurch blieben 824 Millionen Euro als Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) übrig, was einen Rückgang von 60 Prozent im Vergleich zum Rekordwert von 2022 bedeutet. Unter dem Strich erwartet das Unternehmen einen Gewinn von voraussichtlich 330 Millionen Euro, im Vorjahr waren es noch 1,28 Milliarden Euro.

Obwohl das Unternehmen leicht unter den durchschnittlichen Analystenschätzungen liegt, zeigt sich Wacker-Chemie-Chef Christian Hartel im Herbst vorsichtiger geworden in Bezug auf die Geschäftsentwicklung. Er hatte ein Umsatzziel von etwa 6,5 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis (Ebitda) von 800 bis 900 Millionen Euro angekündigt.

Die Chemieindustrie kämpft bereits seit geraumer Zeit mit der langsamen Weltwirtschaft. Europa schwächelt und China, ein besonders wichtiger Markt, leidet unter einer schweren Immobilienkrise. Die Bauindustrie, ein bedeutender Abnehmer von Wackers Polymeren, leidet unter dieser Entwicklung. Polymere sind verschiedenste chemische Verbindungen, die nicht nur als Basis für Klebstoffe dienen, sondern auch in Bodenbelägen, Farben und Beton verwendet werden, um bestimmte Eigenschaften zu verändern.

Darüber hinaus sieht sich Wacker Chemie einem Preisdruck im Geschäft mit Silikonen ausgesetzt. Diese Kunststoffe finden Verwendung in der Elektronikindustrie, bei Textilherstellern, Medizintechnikunternehmen und in der Baubranche. Auch das Geschäft mit Polysilizium für die Solarindustrie schwächelte aufgrund der Billigkonkurrenz aus China.

Die Aktien von Wacker Chemie reagierten auf die Nachrichten mit einem Rückgang um 2,5 Prozent, liegen jedoch immer noch nahe dem Allzeithoch aus dem vergangenen Jahr.