25. August, 2026

Wirtschaft

Verunsicherung an den Märkten durch französische Neuwahlen: Bundesanleihen im Aufwind

Verunsicherung an den Märkten durch französische Neuwahlen: Bundesanleihen im Aufwind

Die Kurse deutscher Bundesanleihen erfuhren am Donnerstag einen signifikanten Auftrieb, bedingt durch die politische Unsicherheit in Frankreich. Der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future stieg bis zum Nachmittag um 0,78 Prozent auf 131,87 Punkte. Zeitgleich betrug die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen 2,46 Prozent.

Der Markt wird weiterhin stark von den bevorstehenden Wahlen zur französischen Nationalversammlung beeinflusst. Jüngste Umfragen zeigen, dass die Unterstützung für Präsident Emmanuel Macron auf den niedrigsten Stand seit Ende 2018 gefallen ist. Ein potenzieller Wahlsieg der rechtsnationalen Kräfte in Frankreich sorgt für Turbulenzen, was die Renditen französischer Staatsanleihen in die Höhe treibt. So stieg die Rendite zehnjähriger französischer Anleihen auf 3,17 Prozent, die größte Differenz zu deutschen Bundesanleihen seit 2017.

Überraschend hatte Emmanuel Macron Neuwahlen für die Nationalversammlung angekündigt, die am 30. Juni und 7. Juli stattfinden sollen. Grund hierfür ist der deutliche Sieg der rechtsnationalen Partei Rassemblement National bei den Europawahlen. Die Partei, angeführt von Marine Le Pen, hat kostspielige Wahlversprechen gemacht und zeigt sich EU-kritisch.

Die Ratingagentur S&P Global Ratings hatte kürzlich die Kreditwürdigkeit Frankreichs herabgestuft. Am Dienstag folgte Moody's mit der Einschätzung, die Wahlen könnten die Haushaltskonsolidierung und Bonität Frankreichs gefährden. Auch die Renditen italienischer Anleihen reagieren auf die Unsicherheit und steigen.

Die am Nachmittag veröffentlichten US-Wirtschaftsdaten hatten ebenfalls einen stützenden Effekt auf die Anleihekurse. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche sind stärker gestiegen als erwartet, was einen schwächeren Arbeitsmarkt signalisiert und die Lohnentwicklung dämpft. Dies erleichtert der US-Notenbank Fed die Inflationsbekämpfung, zumal die Erzeugerpreise im Mai im Jahresvergleich weniger stark gestiegen sind als prognostiziert.

Die Fed hatte lediglich eine weitere Leitzinssenkung für dieses Jahr in Aussicht gestellt, während zuvor drei prognostiziert wurden. Die im Mai etwas gesunkene Inflationsrate in den USA hatte die Position der Fed kaum verändert. US-Notenbankchef Jerome Powell betonte die Notwendigkeit weiterer Daten, bevor Zinssenkungen in Betracht gezogen würden. Normalerweise belasten Zinssenkungen eine Währung.